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Plastikmüll wird Kunst

Plastikmüll wird Kunst

Mehrere Tage ist das Darscheider Naturerlebnis-Zentrum (NEZ) Lebensmittelpunkt für fast 50 Kinder gewesen. In einer Ferienfreizeit haben die Sieben- bis 14-Jährigen sich in verschiedenen Gruppen mit dem Thema "Plastikmüll" beschäftigt.

Darscheid. Plastikmüll bestimmt das Bild im Darscheider NEZ. Eine große Skulptur aus bunten Kunststoffabfällen ist der Blickpunkt neben der Bühne im Feriencamp. Auf und vor der Bühne haben die 45 Kinder zum Abschluss ihrer Freizeit für ihre Eltern, Großeltern und Freunde eine Mischung aus Theater, Akrobatik und Film aufgeführt. Geleitet wurde das Feriencamp von Daniela Feller, Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Daun, und Christopher Illigen, Schulsozialarbeiter in Kelberg und Gillenfeld.
Bund fördert Talentcamp


"Kultur macht stark" lautet das Motto des Talentcampus, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Deutschen Volkshochschulverband gefördert wurde.

"Das war richtig schön hier, das Essen war lecker und die Theatergruppe hat Spaß gemacht", erklären Merle und Marie. In dem von einer Kindergruppe entworfenen Theaterstück geht es um den Müll, der auf dem Schulhof oder in der Natur landet. Geschlafen haben alle Kinder in Zelten, manche waren zum ersten Mal allein von zu Hause weg. Rolf (10) hatte zwar am Anfang "Sehnsuchtsbauchschmerzen", aber die Medizin von Daniela Feller hat schnell geholfen und "dann hat mir vor allem das Zusammenschneiden und die Spezialeffekte gefallen". Rolf hat mit Simon (9) und anderen einen Film gedreht. "Im Supermarkt haben wir gefilmt, was alles in Plastik verpackt ist. Und auf der Straße haben wir die Leute gefragt, ob sie mit Plastiktüten einkaufen gehen oder eine Tasche mitnehmen", erklären die jungen Filmemacher. Unterstützt von Katharina Seckler, Medienpädagogin beim Landesfilmdienst, haben die Kinder einen teils lustigen, teils nachdenklichen Film über den Plastikmüll gedreht. Darin treten auch Ferienfreizeit-Kinder auf, die mit Obst oder Dosen jonglieren: "Die Sachen haben wir da gekauft", verrät Rolf.
Angeleitet wurden die Jonglage-Künstler von Tobias Kirstgen und Daniel Lorenz vom Zirkustheater Standart. Sie übten mit ihrer Kindergruppe nicht nur Jonglieren ein, sondern auch artistische Übungen wie menschliche Pyramiden. "Die Kinder haben gelernt, was man mit Kultur, wie Theater, Film oder Artistik erreichen kann und sie haben im Miteinander soziale Kompetenz gelernt", fassen Christopher Illigen und Daniela Feller zusammen. Auch im kommenden Jahr wollen sie wieder eine Ferienfreizeit für Kinder anbieten.