Platz eins für die Fair-Play-Arena

Platz eins für die Fair-Play-Arena

Freude an der Oberen Kyll: Der Jugendhilfeausschuss des Kreises Vulkaneifel hat die Sanierung des Sportheims an der kommunalen Fair Play Arena auf Platz eins seiner Prioritätenliste gesetzt. Der Umbau soll 180 000 Euro kosten. Die Sanierung am Sportplatz Gerolstein landete nur auf Platz zwei - zum Ärger der Verantwortlichen dort.

Jünkerath/Daun/Gerolstein. Der neue Jugendhilfeausschuss des Kreises Vulkaneifel hat die Prioritätenliste der Sportstättenvorhaben für 2015 festgelegt. Neu auf Platz eins: die Sanierung des Gebäudes an der "Fair Play Arena Jünkerath", mit 180 000 Euro kalkuliert und angemeldet vom Projektträger, der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll.
Froh über die einmalige Chance


Darüber freut sich vor allem Heinz Reifferscheid (73), Vorsitzender des VfL Jünkerath und treibende Kraft hinter dem Projekt (der TV berichtete): "Eine einmalige Chance. Ich habe ein Jahr dafür gekämpft und finde es natürlich sehr schön, dass es 2015 mit der Sanierung klappt, denn die ist absolut notwendig." Wenn alles über die Bühne gegangen sei, "kann ich auch endlich meinen Ruhestand einreichen", sagt der 73-Jährige, der seit 36 Jahren in führenden Positionen im Verein tätig ist.
Das Gebäude aus dem Jahr 1980 ist in einem desolaten Zustand und bietet den vielen Sportlern zu wenig Platz. Denn nach der bereits abgeschlossenen Sanierung der zentralen VG-Sportanlage wird diese wieder verstärkt genutzt.
Also will man dort mehr Platz schaffen. Das Gebäude soll zudem grundsaniert und gedämmt werden, ein neues Dach erhalten und neue Sanitäranlagen: "Die hygienischen Bedingungen sind so schlecht, dass die Gefahr bestand, dass es geschlossen wird", sagt Heinz Reifferscheid.
Die geschätzten Baukosten von 180 000 Euro sollen finanziert werden mit 72 000 Euro Landeszuschuss, 40 000 Euro Zuschuss der ortsansässigen Vereine und 68 000 Euro Eigenanteil der VG.
Das erst kürzlich beantragte Projekt in Jünkerath sei sofort auf Platz eins der Liste gerutscht, "weil bei den anderen drei Vorhaben noch vieles unklar ist", sagt Günther Willems von der Kommunalaufsicht der Kreisverwaltung. Zum Beispiel beim mit 505 000 Euro bezifferten Vorhaben in Gerolstein, die maroden Leichtathletik-Anlagen am Sportplatz von Sand- auf Kunststoffbelag umzurüsten: Dort sei nach wie vor die Trägerschaft nicht klar.
Die Stadt, finanzschwache Eigentümerin der Anlage, hatte bereits im Frühjahr 2012 die VG gebeten, die Trägerschaft für das Projekt zu übernehmen und es als Vereins- und Schulsportvorhaben zu deklarieren. So sollten die Chancen auf Realisierung erhöht werden. Passiert ist aber bislang nichts.
Jochen Kowalinski, der sich 15 Jahre lang um die Ausbildung der Leicht- und Triathleten beim SV Gerolstein kümmerte, hat inzwischen alle seine Ämter niedergelegt - aus "Frust": "Ich habe mehr als zehn Jahre für die Sache gekämpft und bin immer wieder vertröstet worden. Es ist offensichtlich so, dass weder bei Stadt noch Verbandsgemeinde Interesse besteht, hier etwas zu ändern. Und wenn dann noch ein Verein zum Spielball von politischem Streit wird, reicht es."
Der neue Gerolsteiner Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz (CDU) wollte sich noch nicht äußern, da er sich in die Thematik erst noch einarbeiten müsse.
Bürgermeister Matthias Pauly (CDU) kündigte auf TV-Anfrage an, sich schon bald mit dem neuen Stadtbürgermeister "zusammensetzen und nach Lösungen suchen" zu wollen.
Ein Projekt im Kreis hat Chancen


Mit der Herabstufung des Gerolsteiner Vorhabens sinken die Chancen auf Verwirklichung im nächsten Jahr drastisch. Laut Willems stellt das Land 2015 rund zehn Millionen Euro für die Sportstättenförderung zur Verfügung. Bedingung für einen Landeszuschuss (der Kreis selbst steuert nichts bei) ist die kreisweite Prioritätenliste. Landrat und Jugendhilfeausschussvorsitzender Heinz-Peter Thiel (parteilos): "In der Regel fördert das Land jährlich nur ein Projekt pro Kreis. Die Chance auf Realisierung besteht also nur, wenn das Vorhaben auf Platz eins steht."
Dazu Friedbert Wißkirchen (CDU), stellvertretender Jugendhilfeausschuss-Vorsitzender: "Es tut mir in der Seele weh, wenn ich den Sportplatz sehe und an die Gerolsteiner Sportler denke. Daher appelliere ich an Stadt und Verbandsgemeinde, endlich einig zu werden. Der Umbau wäre sportpolitisch sehr wichtig."Meinung

Gutes Beispiel, schlechtes Beispiel
Die Obere Kyll zeigt, wie es geht: Wenn es eine treibende Kraft gibt (Heinz Reifferscheid), und alle (die Vereine, die die Eigenleistung erbringen sollen, sowie Sitzkommune und VG) an einem Strang ziehen, kann ein ambitioniertes Vorhaben trotz Finanznot zügig realisiert werden. Wenn hingegen Stadt und VG - beziehungsweise deren oberste Repräsentanten - über Jahre im Clinch liegen wie in Gerolstein, bleibt vieles liegen. Ausbaden müssen dies die Sportler (und Schüler), die auf der maroden Anlage trainieren müssen, und der Verein. Dem ging bereits ein ehrenamtlicher Trainer aus Frust von der Stange, und Nachwuchs lässt sich angesichts einer solchen Infrastruktur auch nur schwer gewinnen. m.huebner@volksfreund.de

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