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Polizei fahndet nach Mann mit Pistole: 44-jährige Frau entkommt Täter bei Neroth in der Vulkaneifel

Polizei fahndet nach Mann mit Pistole: 44-jährige Frau entkommt Täter bei Neroth in der Vulkaneifel

Eine 44-Jährige Frau wird in der Nähe von Neroth (Vulkaneifelkreis) mit einer Waffe bedroht. Ihr geschieht nichts, doch der Angreifer ist weiterhin auf freiem Fuß. Ein Anhaltspunkt: Sie kann ihn ziemlich genau beschreiben.

"Du kommst jetzt mit oder ich drück ab", sagt der Mann und zielt mit der Pistole auf den Kopf der 44-Jährigen. Sie sitzt im Auto, er streckt die Waffe durch das teilweise geöffnete Seitenfenster und bedeutet ihr auszusteigen. Es sind Szenen, die man eher aus US-amerikanischen Gangsterfilmen kennt. Abgespielt haben sie sich aber offenbar am Mittwoch, 5. Oktober, auf der Kreisstraße 33 zwischen Neunkirchen und Neroth. Was ist passiert? Das Opfer, die 44-Jährige, macht eine Aussage bei der Wittlicher Kriminalpolizei, die die Ereignisse jener Nacht so zusammenfasst: Gegen 20.40 Uhr, fährt die Frau aus dem Vulkaneifelkreis von Daun in Richtung Neroth. Schon bevor sie auf die Bundesstraße 257 kommt, bemerkt sie den dunklen Kombi, der sie verfolgt.
Bis zur K 33 sieht sie die Scheinwerfer des Autos mit dem gelben Nummernschild im Rückspiegel. Doch dann in einer Kurve überholt der Wagen sie und hält so vor ihr an, dass auch sie gezwungen ist, ihr Auto zu stoppen. Der Fahrer, ein circa 30 Jahre alter, etwas untersetzter Mann, steigt aus und geht ans Seitenfenster ihres Autos.
Auffälliger Geruch nach Öl


Plötzlich zieht er die Pistole, hält sie durch die Scheibe und fordert sie auf auszusteigen. "Ich drück ab", droht er. Später wird die Frau aussagen, dass der Täter akzentfreies Deutsch sprach. Und dass sie seinen auffälligen Geruch nach Öl durch die Scheibe wahrnehmen konnte.

Doch sie steigt nicht aus, "sie verweigert dies sogar lautstark", wie die Polizei es ausdrückt. Als sie sich nach wiederholter Drohung immer noch nicht regt, öffnet er die Tür. Er versucht sie aus dem Auto zu zerren. Sie hält sich fest, strampelt mit den Beinen, wehrt sich. Genau in diesem Moment sieht sie Scheinwerfer. Ein Auto nähert sich den beiden. Ihr Peiniger flüchtet von ihrem Wagen, setzt sich in seinen und fährt in Richtung Neroth davon.
Jetzt sucht die Polizei den Täter, den das Opfer noch genauer beschreiben kann: Er sei etwa 1,75 Meter groß, schätzt sie, habe kurzes Haar und weder Bart noch Brille. Getragen habe er ein schwarzes Sweatshirt mit einem weißen Logo auf der Brust.

Eine weitere Zeugin hat einen schwarzen Kombi zur fraglichen Zeit in Neroth gesehen. Der Fahrer des Wagens sei so schnell unterwegs gewesen, dass sie mit "einem Sprung zur Seite" ausweichen musste - so erzählt sie es der Polizei.

Die Ermittler bitten jetzt um die Mithilfe der Bevölkerung: Wer einen Mann kennt, der einen schwarzen Kombi mit gelbem Nummernschild fährt, soll sich bei der Polizei melden.

Hinweise an die Kriminalpolizei Wittlich unter Telefon 06571/95000, die Polizeiinspektion Daun unter Telefon 06592/96260 oder jede andere Polizeidienststelle in der Region.