Polizei fasst brutale Schläger

Polizei fasst brutale Schläger

Eine Frau und drei Männer zwischen 16 und 22 Jahren aus dem Kreis Vulkaneifel haben in der Nacht auf Dienstag einen Bahnreisenden aus dem Raum Trier brutal in Gerolstein zusammengeschlagen und beraubt. Mittlerweile sind sie gefasst, drei der geständigen Täter wegen ihres Alters gegen Auflagen wieder auf freiem Fuß.

Gerolstein. Wie die Polizei erst jetzt mitteilte, kam es in Gerolstein in der Nacht auf Dienstag zu einem brutalen Überfall, wie man ihn sonst nur in Großstädten erwartet: Ein 31-jähriger Reisender, der in seine Heimat im Raum Trier unterwegs war, kam vom Bahnhof Gerolstein nicht mehr weiter. Er wurde von einer Gruppe dreier junger Männer und einer jungen Frau zwischen 16 und 22 Jahren, die alle aus dem Kreis Vulkaneifel stammen, angesprochen und in den nahe gelegenen Park am Kyllweg - unweit des Rathauses - mitgenommen. Gegen 0.45 Uhr griff die Gruppe den Mann an und stahl dessen Rucksack.
Gruppe ist ausgeflippt


Nach Einschätzung der Polizei handelte es sich weniger um einen geplanten Raubüberfall, als vielmehr um eine Spontanreaktion: Man habe sich zunächst unterhalten, es sei ums Geldwechseln gegangen, dann sei die Gruppe plötzlich ausgeflippt. Dafür gingen die vier Täter dann aber laut Polizei äußerst brutal vor: Sie schlugen und traten auf den Mann ein - auch ins Gesicht. Der 31-Jährige erlitt massive Prellungen am gesamten Körper. Er wurde nach Eintreffen der Polizei, die er selbst gerufen hatte, im Krankenhaus Gerolstein ärztlich versorgt, musste aber nicht stationär aufgenommen werden. Vielmehr entschied er sich dafür, mit dem ersten Zug am nächsten Morgen nach Trier zu fahren und sich dort anschließend erneut in ärztliche Behandlung zu geben. Ob sie ihr Opfer auch dann noch traktierten, als es am Boden lag, wollte die Polizei nicht sagen. Dass sie erst jetzt mit Informationen zum Vorfall an die Öffentlichkeit geht, wird damit begründet, "dass wir den Ermittlungserfolg nicht gefährden wollten", sagt Peter Hundeck von der Kripo Wittlich. Dieses Vorgehen sei so mit der Staatsanwaltschaft abgesprochen worden. Durch den Hinweis eines Zeugen, der das Quartett am Abend in Gerolstein gesehen hatte, gelang es Beamten der Polizei Daun und der Kripo Wittlich bereits am Donnerstag, die vier Tatverdächtigen zu schnappen. Bei der Festnahme waren sie nach Auskunft der Ermittler geständig und wurden am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ gegen alle vier Haftbefehl. Drei von ihnen sind, da sie jünger als 21 Jahre sind und somit unters Jugendstrafrecht fallen, gegen Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Lediglich der 22-jährige Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft.
Peter Teusch, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Daun, sagt: "Auch wenn durch solch einen Vorfall das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger erheblich gestört wird, ist festzuhalten: Solch ein Vorfall und solch ein brutales Vorgehen ist bei uns nach wie vor die absolute Ausnahme."

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