Polizei sucht mit Schaufeln und Hunden nach Tatwaffe

Polizei sucht mit Schaufeln und Hunden nach Tatwaffe

Ein leerstehendes Gebäude und das dazugehörige Grundstück sind im Lutzerather Ortsteil Driesch mehrfach von der Polizei durchkämmt worden. Die Aktion steht in Zusammenhang mit der Aufklärung des Mords in Mehren vor fast zehn Jahren.

Lutzerath. Seit etwa acht Jahren steht das ehemalige Gasthaus an der Koblenzer Straße im Lutzerather Ortsteil Driesch leer. Vor einigen Tagen hat die Kriminalpolizei zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen das Gebäude ins Visier genommen. Mit Suchhunden durchkämmten die Beamten zuerst die Räume, dann das Grundstück. Die Nachbarn rätselten, was es mit dem Polizeieinsatz auf sich hat.
Mehrere Festnahmen


Nun ist klar, dass er etwas mit der Aufklärung eines Mordes vor fast zehn Jahren in Mehren zu tun hatte. Es ging darum, die mögliche Tatwaffe - einen Baseballschläger - zu finden. Heiligabend 2005 war der Leiter einer Paketdienst-Niederlassung im Gewerbegebiet von Mehren erschlagen worden. Der oder die Täter hatten aus dem Firmentresor mehrere tausend Euro geraubt. Bis heute ist unklar, ob es sich um einen Raubmord handelte oder möglicherweise persönliche Motive bei der Tat eine Rolle spielten. Im Januar hatte die Kriminalpolizei mehrere Männer festgenommen, die den damals 54 Jahre alten Mann getötet haben sollen.
Die Driescher Gaststätte hat eine bewegte Geschichte. Viele Lutzerather haben hier tanzen gelernt und bis tief in die Nacht gefeiert. "Das war ein toller Ort", sagt Günter Welter, Bürgermeister von Lutzerath, etwas wehmütig. Nun kümmert er sich darum, dass das verfallene Gebäude keine Gefahr für Kinder und Nachbarn darstellt - mit bisher wenig Erfolg, wie Welter selbst bedauert. Vor knapp zehn Jahren wurde in der Kneipe mit angrenzendem Festsaal das letzte Bier ausgeschenkt. Nachdem die Besitzerin gestorben war, kaufte offenbar ein aus Russland stammender Mann das Anwesen.
Was folgte, gibt den Nachbarn nach wie vor Rätsel auf. Der Eigentümer hat sich seit vielen Jahren nicht mehr in Driesch blicken lassen, zwischenzeitlich soll er in einem deutschen Gefängnis gewesen sein, nun lebt er offenbar im Ural.
Dass etwas im Garten des Anwesens versteckt sein könnte, vermutete offensichtlich auch die Polizei, die mehr als zwei Stunden mit Schaufeln bewaffnet auf dem Grundstück arbeitete. ker

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