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Polizei zieht später um als geplant

Polizei zieht später um als geplant

Die Gerolsteiner Polizei zieht nicht zum 1. April, nicht zum 1. Mai und auch nicht zum 1. August, wie zuletzt angenommen, vom Rathaus ins ehemalige Krankenhaus um. Wegen Bauverzögerungen und interner Probleme werden die Ordnungshüter erst zum 1. September im neuen Domizil sein.

Gerolstein. Anfang dieses Jahres haben die rund eine Million teuren Umbauarbeiten am altehrwürdigen Gebäude in der Raderstraße begonnen. Wo bereits vor dem Ersten Weltkrieg Kranke behandelt und seit den 60er Jahren die Bundeswehr in der Region verwaltet wurde, zieht neben den neuen Eigentümern, der Steuerberatungsgesellschaft Theis, Pickartz, Florange aus Gerolstein, auch die Polizei mit zehn Beamten und einer Sekretärin ein. Genauer gesagt: ins Erdgeschoss und den Keller.
Doch der Umzug verzögert sich weiter. Nachdem der Wunschtermin 1. April schon rasch aufgegeben wurde und auch der 1. Mai bald nicht mehr zu halten war, wurde der 1. August angepeilt. "Daraus wird aber auch nichts, daher wird es nun definitiv der 1. September", sagt der Dienststellenleiter Willi Hoffmann.

Spezialisten aus Trier gefordert


Als Gründe nennt der erste Polizeihauptkommissar zum einen Bauverzögerungen, zum anderen polizeiinterne Gründe. Er sagt: "Einige Aufträge konnten und können erst später erledigt werden. Und auch der Einbau der polizeitechnischen Einrichtungen geht nicht so schnell wie erwartet." So müssten für die Installation des polizeiinternen Telefon- und Computernetzes eigens Techniker vom Polizeipräsidium Trier anrücken. "Das kann nicht so einfach vom jetzigen zum neuen Standort umgestellt werden. Zudem lassen wir da nur unsere eigenen Spezialisten ran." Hinzu komme die Urlaubszeit. Hoffmann bleibt dennoch gelassen, schließlich bestünde kein Zeitdruck. Er sagt: "Die Verzögerung ist für uns kein Beinbruch: Wir müssen hier nicht zu einem bestimmten Termin raus und dürfen kündigungsfrei umziehen. Was mit den frei werdenden Räumen im Rathaus geschieht, ist noch unklar. An eine Fremdvermietung werde derzeit aber nicht gedacht, sagt Hans-Josef Hunz, Büroleiter im Rathaus.
Obwohl es nun noch später wird, freuen sich Hoffmann und seine Kollegen bereits auf das neue Domizil. Künftig stehen der Polizei rund 360 Quadratmeter zur Verfügung - mehr als doppelt so viel wie bisher. Hoffmann sagt: "Hier ist es mittlerweile viel zu eng für uns. Die Dienststelle ist für vier Leute ausgelegt, jetzt sind wir zehn samt einer Angestellten." Die Toilettenanlage: unzureichend. Ein eigenes Vernehmungszimmer ebenso wie ein Wartebereich für Besucher: Fehlanzeige. Ein Sozial- und Besprechungsraum: nicht vorhanden. Nur eine Mini-Küche ist da. Im neuen Domizil ist das alles vorgesehen. Nur eines nicht: eine Arrestzelle. Hoffmann sagt, warum: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass sie verzichtbar ist. Wir haben pro Jahr nicht einmal zehn Fälle, wo wir sie brauchen. Und über Nacht werden die Kunden eh nach Daun gebracht." Da habe das Kostenargument dann doch schwerer gewogen.