Polizeioberkommissarin Anke Nielen ist neue Bezirksbeamtin für Daun, Kirchweiler und Hinterweiler

Polizei : Eine neue Bezirksbeamtin für Daun, Kirchweiler und Hinterweiler

Polizeioberkommissarin Anke Nielen ist neue Bezirksbeamtin für Daun samt Stadtteilen, Kirchweiler und Hinterweiler. Sie folgt auf den in Ruhestand getretenen Polizeihauptkommissar Gerd Junk, der 14 Jahre lang das „Gesicht“ der Polizei in der Kreisstadt war.

Wirklich neu im Team der Polizei-Inspektion (PI) Daun ist die 45-Jährige nicht, denn bereits seit 2007 arbeitet Anke Nielen auf der Wache in der Kreisstadt. Neu ist hingegen ihre Verantwortung als Bezirksbeamtin: „Ich bin da in große Fußstapfen getreten“, meint sie mit Blick auf ihren Vorgänger Gerd Junk, „er war DER Ansprechpartner bei der Polizei für die Dauner.“ Das Büro, in dem er bis vor einigen Wochen arbeitete, trägt noch immer kaum persönliche Noten von Anke Nielen. „Das hat Zeit, das kommt sicher noch“, sagt sie lachend.

Überhaupt hat ihr der Beruf, der sie täglich mit den Schattenseiten der Gesellschaft konfrontiert, ganz offenkundig den Humor und den positiven Blick auf das Leben nicht verstellt. Was alles andere als eine rosarote Brille bedeutet. „Das Klima ist allgemein rauer geworden, die Hemmschwellen für Gewalt sind niedriger… sowohl gegen uns Polizeibeamte als auch der Menschen untereinander.“ Über den Begriff „Bürgerinnen und Bürger“, der bei solchen Statements in der Regel fällt, stolpert sie: „Mir ist das Wort Mitmenschen lieber, das trifft es eher.“

Denn sie macht ihre Arbeit mit Herz und sieht nicht nur die Verfehlungen, mit denen sie es zu tun bekommt, sondern ebenso deren Ursachen. „Es gibt einfach auch schlechte Rahmenbedingungen und schlechte Lebensläufe. Das entschuldigt nichts, aber man darf es nicht aus den Augen verlieren.“ Polizei versteht sie nicht als Repressionsapparat, sondern als Institution, um möglichst bessere Verhältnisse im Alltag zu schaffen.

Anke Nielens Motiv, vom elterlichen Zuhause in Salm aus 1992 die Polizei-Ausbildung in Enkenbach-Alsenborn zu beginnen, ist ganz klassisch: „Ich war schon immer eine den Menschen zugewandte Person, die wenigstens punktuell etwas Gutes tun und sich selbst dafür einsetzen will. Und eine Rolle spielte natürlich ein Gerechtigkeitsempfinden“, erzählt sie. War das naiver Idealismus noch in Unkenntnis des Polizeialltags, in dem es beispielsweise angesichts von Wiederholungstätern oder Gewalt in engen sozialen Beziehungen viele Anlässe für Frust gibt? „Nein. Es ist besser, aktiv mit den Dingen umzugehen und für möglichst viel Sicherheit zu sorgen. Ich bin als feste Vertrauensperson für ‚meine Leute‘ rund um Daun da. Es geht darum, Präsenz zu zeigen.“ Sie will wie ihr Amtsvorgänger Schnittstelle sein für Behörden, Kommunalpolitik, Unternehmen und „normale“ Bürger.

Den verschiedenen Anliegen genau zuhören und Antworten geben gehöre ebenso dazu wie Fußstreife gehen und Streife fahren, wie die tägliche Dokumentations- und Ermittlungsarbeit vom Schreibtisch aus. „Manchmal bekommt man sogar Dank zurück. Für die Gewissheit, dass es Sinn macht, ist aber auch der gute Rückhalt im Team ganz wichtig.“ Für besonders belastende Situationen gibt es darüber hinaus Supervision durch psychologische Fachkräfte im Polizeipräsidium Trier.

Hier hat auch die Bezirksbeamtin ihr Büro: in der „Kommandozentrale“ der Polizei in Daun. Foto: TV/Stephan Sartoris

Eigens geschultes und strategisches Einfühlungsvermögen wandte sie selbst an, als sie sieben Jahre im Nebenamt bei der Verhandlungsgruppe des Landeskriminalamts in Mainz mitarbeitete, welche in Krisen – etwa bei Geiselnahmen, herausragenden Bedrohungslagen oder Suizidgefährdungen – mit Tätern, Opfern oder Betroffenen und Angehörigen verhandelt. Seelisch und körperlich anspruchsvoll war auch der jahrelange Einzeldienst als Streifenbeamtin in Wechselschicht oder als Bereitschaftspolizistin, die Geldtransporte quer durch Deutschland begleitet. Anke Nielen kennt die hohen Anforderungen in einem Ballungsraum, sie war zehn Jahre lang in Mainz tätig, bevor sie aus familiären Gründen nach Daun wechselte. Sie vergleicht: „Natürlich wird überall mehr Polizeipersonal gebraucht. Auf dem Land herrscht ebenso wenig eine Idylle, es gibt in der Großstadt nur zahlenmäßig mehr Vorfälle. In der Eifel haben wir ebenso bestimmte ‚Kunden‘ oder ‚Hot Spots‘, die mehr in Erscheinung treten als andere.“ Drogen- und Eigentumsdelikte, Betrug, Körperverletzung, Umweltdelikte, Beleidigung, Ruhestörung, Unfälle: Die Themen sind, so ihre Erfahrung, in Daun nicht anders als anderswo. Auch ein Tötungsdelikt kam während ihrer bisherigen Dienstzeit in der PI Daun bereits vor.

Mehr von Volksfreund