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Polizeiwache Gerolstein täglich zwei Stunden länger auf

Sicherheit : Länger auf, mehr Personal: Bedeutung der Polizeiwache Gerolstein gestärkt

Nach einem einjährigen Pilotprojekt ist die Polizeiwache Gerolstein nun dauerhaft täglich zwei Stunden länger auf – werktags bis 19 Uhr. Mit welchen Fällen es die Polizisten zu tun haben.

Gute Nachrichten für die Gerolsteiner Bürger: Die Polizeiwache bleibt nach einem einjährigen Pilotprojekt nun dauerhaft abends zwei Stunden länger geöffnet. Sie ist demnach werktags von 7 bis 19 Uhr besetzt. Später am Abend und in der Nacht sowie am Wochenende übernehmen nach wie vor die Kollegen in Daun die Arbeit. Gerolsteins Wachenleiter Tino Schwarz sagt: „Die Bedeutung der Polizeiwache Gerolstein ist dadurch gestärkt worden. Die Wichtigkeit unserer Arbeit wird an den obersten Stellen erkannt.“ Mit der Ausweitung der Präsenzzeiten ist auch eine „spürbare Personalerhöhung“ einhergegangen. Wie viele Kräfte auf der Gerolsteiner Wache genau Dienst tun, sagt der Polizeihauptkommissar aus taktischen Gründen aber nicht. Nur so viel: „Die Zahl der Mitarbeiter ist zweistellig.“

Und die haben laut Schwarz „definitiv genug zu tun“. In Zahlen: 2021 hat die Polizei Gerolstein 736 Strafanzeigen, 365 Verkehrsunfälle, 817 sonstige Ermittlungsvorgänge (wie etwa Internetbetrug) bearbeitet. Also insgesamt 1918 Vorgänge. Geteilt durch die Anzahl der Tage im Jahr, an denen die Wache besetzt ist (260), macht das mehr als sieben Vorgänge pro Tag.

Die Prognose für 2022 (auf Basis des bisherigen Aufkommems) geht von einer deutlichen Steigung auf insgesamt 2500 Vorgänge aus: 850 Strafanzeigen, 430 Verkehrsunfälle, 1200 sonstige Ermittlungsvorgänge.

Die Zahlen sind das Eine, die Art der Gesetzesverstöße das Andere. Schwarz nennt das zurückhaltend die „besonderen Standortfaktoren“. In Gerolstein sind das der Bahnhof (wenngleich er derzeit wegen der Flutkatastrophe nicht angefahren wird) und die psychiatrische Klinik. Über die Klinik, wegen der guten Anbindung auf der Strecke Köln-Trier und wegen des günstigen Wohnraums bleiben nach der Erfahrung des Wachenleiters „hier Leute hängen, die sonst nicht hier wären“. Und die hätten oft ein Drogenproblem, das dann auch in der Stadt zutage trete. „Und deshalb ist es auch erforderlich, dass wir im öffentlichen Raum sehr präsent sind, was wir auch bewusst tun“, sagt Schwarz – ob zu Fuß im Kyllpark oder im Rondell, am Bahnhof oder aktuell dem zentralen Omnibusparkplatz (ZOB) oder im Streifenwagen. Schwarz: „Wir haben immer eine Streife hier.“

Und diese bewusst erhöhte Präsent werde auch wahrgenommen. Schwarz sagt: „Wir haben schon des öfteren, wenn wir unterwegs waren, von Bürgern eine positive Rückmeldung bekommen. Die Leute finden das gut.“ Neben der stärkeren Präsenz, die erst dank mehr Personal möglich ist, ist es vor allem die „kurze Einsatzreaktionszeit“, die dank längerer Öffnung nun eben auch ausgeweitet wird. Schließlich ist es ein Unterschied, ob die Kollegen aus Daun zu einem Unfall nach Birresborn, einem Überfall in Hillesheim oder einer Schlägerei auf dem Gerolsteiner ZOB ausrücken oder die aus Gerolstein. Und wenn die Gerolsteiner Kollegen eben zwei Stunden „in der Zeit, wo nicht zuletzt durch den Berufsverkehr viel los ist“, vor Ort sind, müssen keine Streife aus Daun anrücken.

Bahnen sich allerdings größere Probleme an, werden die Kollegen aus Daun oder Prüm (oder von noch weiter her) zur Unterstützung angefordert. Und wenn der Bahnhof wieder öffnet, ist auch die Bundespolizei (deren nächstgelegener Sitz in Prüm ist) wieder da. Schließlich ist sie für die Bahnanlagen zuständig. Schwarz: „Wir stehen da aber natürlich in engem Austausch.“ Den Umbau des Bahnhofs – nun ohne Unterführung – findet Schwarz gut: „Es ist alles heller und offener, was positiv für das Sicherheitsgefühl ist.“

Das trifft auch auf die Aufwertung der Polizeiwache Gerolstein zu, die letztlich der Corona-Pandemie entstammt. „Damals haben wir unsere Mannschaft getrennt und die Dienstzeiten von 7 bis 13 Uhr und von 13 bis 19 Uhr festgelegt, damit bei einer Erkrankung nicht direkt die gesamte Mannschaft lahmgelegt wird. Unsere positiven Erfahrungen besonders in der einsatzstarken Zeit von 17 bis 19 Uhr haben wir dann an die Polizeiführung weitergegeben – mit Erfolg.“