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Porno- und Gewaltvideos in WhatsApp-Gruppe

Porno- und Gewaltvideos in WhatsApp-Gruppe

Weil eindeutige Beweise nicht vorlagen stellt das Amtsgericht Daun ein Verfahren gegen einen 31-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ein.

Daun Der 31-jährige Angeklagte aus der Verbandsgemeinde Kelberg hat einer WhatsApp-Gruppe drei Porno- und ein Enthauptungsvideo geschickt. Bereits bei der ersten Verhandlung am 6. November gab der Angeklagte zu, diese Videos geschickt zu haben.
In dieser Gruppe tummelte sich auch ein zwölfjähriger Junge aus Köln. Das habe er nicht gewusst, behauptete der Angeklagte, vor allem, da der Junge kein Profilbild eingestellt hatte. Er sei durch Zufall in diese Gruppe geraten, sagte der Junge in einer weiteren nichtöffentlichen Sitzung aus, berichtet die Richterin Julia Schmitz-Garde, obwohl man bei der Anmeldung zu dieser Gruppe, die in der Tat für Porno-Zwecke gegründet wurde, bestätigen müsse, dass man 18 Jahre alt ist. Von den Videos habe er dann zunächst seiner Schwester erzählt, die sich wiederum an den Vater wandte, der dann Anzeige erstattete.
"Unter Erwachsenen sind solche Übertragungen nicht strafbar", sagt Schmitz-Garde. Fakt ist nun: Es gibt keine Beweise dafür, dass der Angeklagte von der Existenz des Jungen in dieser Gruppe wusste. Ein Rechtshilfeersuchen an das Unternehmen WhatsApp in Amerika, um eventuell Einzelheiten zu erfahren, würde ewig dauern und mit den vorliegenden Beweismitteln sei eine Straftat nicht zu belegen, sagte die Richterin.
Daher sei das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt worden. Beide, der Angeklagte und der Zwölfjährige, haben inzwischen die WhatsApp-Gruppe verlassen, bestätigt Julia Schmitz-Garde.