Post zurück im Dorf, Arzt nicht in Sicht

Post zurück im Dorf, Arzt nicht in Sicht

Auch in Uersfeld wird das Geld der Gemeinde immer knapper, der Haushalt 2011 zeigt in eine Zukunft, die nicht rosig ist. Zumindest hat sich die Infrastruktur etwas verbessert - dank der Poststelle, die in ein Geschäft einzog. Die Suche nach einem neuen Arzt gestaltet sich jedoch sehr schwierig.

Uersfeld. Uersfeld mit seinen über 700 Einwohnern hat vieles an guter Infrastruktur bieten. Es gibt eine Grundschule, einen großen Kindergarten, viele Betriebe vom Restaurant bis zum Supermarkt, zwei Banken, viele Gewerbebetriebe, und auch eine Zahnärztin praktiziert im Ort.

Auch eine Post gibt es nun wieder im Dorf. Sie wurde in einem Laden angesiedelt. Mitte 2008 hatte die bisherige Poststelleninhaberin, die die Post und die Postbank in ihrem Geschäft betrieb, den Vertrag mit dem Unternehmen gekündigt. Die Folge: Das gesamte Elztal war danach ohne Postfiliale.

"Die Post hat uns angeboten, hier einen Servicepoint zu errichten. Das ist aber eine unbefriedigende Sache, und die Post fand auch keine Stelle, wo sie diesen Servicepoint einrichten konnte", erklärt Ortsbürgermeister Andreas Daniels. Mitte November 2010 holte Inge Lanser die Post zurück in ihren Laden in der Hauptstraße 20, in dem sie Schreibwaren, Geschenkartikel und Schulbedarfsartikel anbietet. "Das war wirklich zwingend notwendig. Ich merke es jeden Tag. Die Leute aus dem ganzen Oberen Elztal kommen hierhin. Das Angebot wird sehr gut angenommen", sagt sie. Vier Teilzeitkräfte beschäftigt Inge Lanser in ihrem Lädchen.

Die Suche nach einem neuen Arzt im Ort für den im Juli 2010 in den Ruhestand gegangenen Dr. Wolfgang Sommerlad war bisher allerdings vergebens, und es sieht auch nicht gut für die Zukunft aus.

Auf den Bericht im TV über die Arztsuche in Uersfeld hatte sich zwar ein Allgemeinarzt aus Düsseldorf gemeldet, der Interesse bekundete, nach Uersfeld zu kommen. Doch: "Der Düsseldorfer Arzt war hier, und das Gebäude wäre für ihn auch interessant gewesen. Aber er sagte auch, dass er noch andere Optionen verfolge und die Rahmenbedingungen noch genau prüfen möchte. Allerdings äußerte er sich skeptisch bezüglich einer Zusage für Uersfeld", sagt Ortsbürgermeister Daniels.

Große Sprünge wird die Gemeinde 2011 nicht machen. Der Haushalt der Gemeinde weist Einnahmen von 538 072 Euro auf, die Ausgabenseite schlägt mit 656 516 Euro zu Buche, sodass eine Unterdeckung von 118 444 Euro besteht. Die wird die Gemeinde jedoch aus Überschüssen der vergangenen Jahre abdecken, und sie bleibt somit noch schuldenfrei.

Doch das wird sich in den nächsten Jahren ändern. "Der Haushalt ist gewissermaßen eine Katastrophe. In diesem Jahr gehen wir mit 87 000 Euro weniger Einnahmen raus, ohne dass groß etwas gemacht wurde. Im nächsten Jahr werden es schon 135 000 Euro Minus sein", sagt Daniels. Grund dafür sind rapide gesunkene Einnahmen durch weniger Schlüsselzuweisungen.

"Das ist schlimm. Man hat einen großen Haushalt, aber keinen Spielraum, um Projekte in Angriff zu nehmen", sagt Daniels. Dementsprechend hält sich die Gemeinde mit großen Maßnahmen für 2011 zurück. So soll für 5000 Euro der Dorfbrunnen renoviert werden, und für ebenfalls 5000 Euro soll ein Parkplatz für die Erzieherinnen geschaffen werden.

Für Energiesparmaßnahmen und für die Erneuerung der Heizungsgeräte im Sportplatzgebäude wurden 20 000 Euro eingestellt. Zudem steht noch der Parkplatz Lindenstraße an, der für 20 000 Euro gepflastert werden soll. Der Auftrag ist vom Ortsgemeinderat vergeben worden und soll im Frühjahr ausgeführt werden.

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