Postkreisel kommt doch nicht

Gerolstein · Kommando zurück: Die Ampel Postbrücke/Brunnenstraße bleibt bestehen. Die Stadt hat sich nun doch noch gegen den Bau des Kreisverkehrs ausgesprochen, weil sie angesichts der schlechten Finanzsituation für das Vorhaben kein Geld ausgeben will.

Die Planungen laufen seit etlichen Monaten, und noch in diesem Jahr sollte der Bau des Kreisverkehrs an der bisherigen Ampelkreuzung Postbrücke/Brunnenstraße in Gerolstein realisiert werden (der TV berichtete). Das Vorhaben hätte nach Informationen des planenden Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Gerolstein gut 200 000 Euro gekostet, die Hälfte davon hätte die Stadt Gerolstein zu tragen gehabt. Jetzt der Rückzug, den LBM-Abteilungsleiter Josef Arens dem TV bestätigt: "Der Postkreisel wird nicht kommen. Die Stadt ist ausgestiegen, da ihr ihr Anteil zu hoch war."

Gerolsteins Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz (CDU) lieferte eine Erklärung für den Rückzug: "Das Projekt ist für uns nicht überlebenswichtig. Dafür haben wir kein Geld."

Über die Fraktionsgrenzen hinweg sei das Thema abmoderiert worden. Schwartz: "Priorität haben in der Stadt aktuell und in nächster Zeit der Kindergartenneubau, der Ausbau der Rader- und der Ausbaubeginn der Hauptstraße. Da müssen wir in die Gänge kommen, darauf konzentrieren wir uns."

Geplant war nach dem Abbau der Ampelanlage der Bau eines Kreisverkehrs mit einem Durchmesser von 28 Metern. Das entspricht der Größe der Kreisel in der Sarresdorfer Straße. Die Straßenplaner des LBM hatten sich durch den Kreisverkehr einen besseren Verkehrsfluss auf der B 410, auf der täglich rund 12 000 Fahrzeuge unterwegs sind, erhofft.

Auf die Frage, ob aktuell weitere Vorhaben dem Rotstift zum Opfer fallen, sagt Schwartz: "Wir müssen leider einige, seit Jahren anstehenden Maßnahmen in den Stadtteilen weiter verschieben." So wird die Erneuerung der Ortsdurchfahrt in Gees "frühestens 2012, eher 2013" kommen, in Büscheich sei anstatt eines Neubaus für die Forstbediensteten und ihre Geräte eine Halle angemietet worden, und in Roth müsse man sich von der großen Lösung bei der geplanten Erweiterung des Jugendheims verabschieden.

Dennoch zeigt sich Schwartz - trotz Baustopps am Kindergarten, eines unausgeglichenen Haushalts und Schulden von rund 17 Millionen Euro - gut gelaunt. Er sagt: "Im Vergleich zu meiner Einschätzung noch im Herbst hat sich die Situation wesentlich verbessert. Es war nicht zu erwarten, dass wir die Sanierung des Naturkundemuseums nun doch noch in Angriff nehmen können und dass sich rund um den Burgberg und den Wasserturm so viel tut. Da sind wir gut vom Land unterstützt worden."