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Projekt Kyllpark Stadtkyll Aktion Blau

Dorfentwicklung : Kyllpark Stadtkyll: Noch nicht ganz fertig, aber schon gut besucht

Das Projekt sollte bereits im August abgeschlossen sein, doch Corona hat den Zeitplan über den Haufen geworfen. Das Virus hat die 1,5 Millionen teure Baumaßnahme jedoch nicht behindert, sondern „entschleunigt“.

Die Kyll plätschert in ihrem neugemachten Bett durch den Park, die flach gebaggerten  Uferböschungen hat sich die Natur längst zurückgeholt, ebenso wie alle anderen Flächen, die noch im Mai wegen der laufenden Bauarbeiten mehr einer Mond- statt einer Parklandschaft glichen.

Eine offizielle Eröffnung des Stadtkyller Schmuckstücks lässt aber weiter auf sich warten: Einige Brücken, Stege und Wege sind weiterhin gesperrt, hier und dort liegen große Erd- und Steinhaufen in der Landschaft, an der letzten Flussbiegung in Richtung Jünkerath laufen immer noch Baggerarbeiten. Seit September des vergangenen Jahres wird die Kyll auf rund 800 Meter Länge im Rahmen der Aktion Blau plus renaturiert, das rund drei Hektar große Areal des Kyllparks samt der Kirmeswiese erhält ein völlig neues Gesicht. Im Zuge der Maßnahmen wurden neue Fußwege, ein öffentlicher Grillplatz und eine künstliche Insel im Fluss angelegt, das Flussbett breiter und geschwungen gestaltet und von unnötigem Bewuchs befreit. Das  Gewässer, das früher in einer Art Kanal durch Stadtkyll floss, ist nun an den Ufern frei zugänglich. Dafür wurden rund 11 000 Kubikmeter Erde bewegt und 3500 Tonnen Natursteine verbaut, zwei neue Brücken von 22  und 17,60 Metern gesetzt und Stege über einen alten Bachlauf gebaut, der im Zuge der Maßnahme reaktiviert wurde. Dazu eine Schleuse, die bei Hochwasser geschlossen werden kann.

„Wir werden in etwa zwei Wochen fertig sein“, sagt Frank Hömme, Chef des mit den Maßnahmen betrauten Planungsbüros. Gewichtige Gründe für die verspätete Fertigstellung gebe es nicht, sagt der Ingenieur. „Es ging langsamer voran, als gedacht, einige Terminschwierigkeiten bei Subunternehmen kamen hinzu.“ Zudem habe Corona den Druck, pünktlich zu liefern, herausgenommen, sagt Hömme: „Die ursprünglich geplante offizielle Eröffnung Ende August konnte wegen der Auflagen nicht stattfinden, dadurch konnten wir entspannter ans Werk gehen.“

Derzeit seien noch einige wenige Dinge auf der Liste abzuhaken: „Die Zäune müssen noch fertiggestellt werden, an manchen Wegen wurde bisher nur Schotter eingebracht. Dort müssen noch Sand und eine wasserdurchlässige Schicht drauf. Dann sind noch einige Nacharbeiten wie eine weitere Bepflanzung durchzuführen.“

Ob die letztere noch in diesem Jahr erledigt werden könnte, sei noch nicht entschieden, sagt Hömme. Sicher  sei jedoch, dass die Bevölkerung Stadtkylls den Park noch vor seiner offiziellen Eröffnung bereits gut annehme, erzählt Hömme. „In den vergangenen Monaten waren sowohl der Grillplatz als auch der Rest der Parks stark frequentiert.“ So stark, dass sogar die Pflasterarbeiten an den Wegen gestört wurden. „Die Leute haben die Absperrung einfach ignoriert und sind mitten durch die Baustelle spaziert“, sagt Hömme und lacht. „Wenn das mal kein positives Zeichen ist.“

 Die Renaturierung gibt dem Fluss und der Landschaft ein ganz neues Gesicht.
Die Renaturierung gibt dem Fluss und der Landschaft ein ganz neues Gesicht. Foto: Vladi Nowakowski
 Raus aus dem Korsett: „Mutter Natur“ ist schon am Werk.
Raus aus dem Korsett: „Mutter Natur“ ist schon am Werk. Foto: Vladi Nowakowski
 Das Ende der Umgestaltung des Kyllparks in Stadtkyll ist in Sicht. In etwa zwei Wochen soll die 1,5,-Millionen-Euro-Maßnahme samt der Renaturierung des Flussbetts beendet sein.
Das Ende der Umgestaltung des Kyllparks in Stadtkyll ist in Sicht. In etwa zwei Wochen soll die 1,5,-Millionen-Euro-Maßnahme samt der Renaturierung des Flussbetts beendet sein. Foto: Vladi Nowakowski

Ein verfrühter Liebesbeweis an den Kyllpark, der auch Bürgermeister Harald Schmitz freut. „Alles ist gut, der Umbau ist ja bald beendet und auch wenn es nun länger gedauert hat, das spielt am Ende keine Rolle.“ Auch eine geplante feierliche Eröffnung am 3. Oktober sei nun wegen Corona ins Wasser gefallen, berichtet Schmitz. „Dass die Bevölkerung das Areal nun jetzt schon gerne nutzt, ist positiv“, sagt der Bürgermeister. Eines wurmt ihn aber: „Die Hundehalter müssen wir erneut daran erinnern, dass sie die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht einfach liegen lassen. Das geht so nicht.“