Proteste in Büchel gehen weiter

Proteste in Büchel gehen weiter

Seit nunmehr 16 Jahren demonstriert die Friedensbewegung in Büchel gegen die dort gelagerten Atomwaffen. Auch in diesem Jahr sind wieder Proteste geplant.

Koblenz/Büchel. Bei der Jahrestagung der "Gewaltfreien Aktion Atomwaffen abschaffen" (GAAA), die seit 1996 zu den Initiatoren der Aktionen in Büchel gehört, wurde in Koblenz über die Kampagnen informiert und die Schwerpunkte dafür gesetzt.
2012 formieren sich die Atomwaffengegner dabei neu. Die bisherige Kampagne "Unsere Zukunft atomwaffenfrei", die seit 2007 lief, ist beendet. Im März wird die Folgekampagne starten - mit rund 50 Gruppen aus der Friedensbewegung. "Mit der neuen Kampagne wollen wir erreichen, dass der Beschluss des Bundestages für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland nun auch umgesetzt wird", sagte Marion Küpker (Hamburg), die GAAA-Koordinatorin, in Koblenz.
Dritte Kundgebung in der Eifel


Bei mehreren Aktionen der neuen Kampagne wird auch Büchel eine Rolle spielen. Im Vorfeld des Nato-Gipfels im Mai in Chicago wird es eine internationale Fahrradtour von Stuttgart nach Brüssel geben, die Ende Mai nach Büchel führen wird. Im Vorfeld der Bundestagswahl 2013 plant die Friedensbewegung, wie schon 2008 wieder bundesweit zu einer Großkundgebung im August in Büchel aufzurufen.
Die aktuelle Bundeswehrreform hat nach Ansicht von Elke Koller (Leienkaul) auch deutliche Auswirkungen für Büchel. "Es scheint nun sicher zu sein, dass wohl keine Eurofighter in die Eifel kommen, sondern alle Tornados hier stationiert werden, um so die nukleare Teilhabe zumindest bis 2017 weiter aufrechterhalten zu können", betont sie und befürchtet dadurch auch mehr Flugbetrieb auf dem Fliegerhorst. "Und was nach 2017 kommt, ist noch völlig ungewiss", meint Elke Koller.
Am Ostermontag wird es wieder einen Ostermarsch in Büchel geben - der dritte in der Eifel. "Im vorigen Jahr kamen 300 Teilnehmer, obwohl parallel an allen AKW-Standorten auch demonstriert wurde", sagte Küpker. In Büchel sei der Zusammenhang von militärischer und ziviler Nutzung der Atomkraft verstärkt ins öffentliche Bewusstsein getragen worden. "Dies müssen wir fortsetzen", forderte die GAAA-Koordinatorin. DJ

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