Prozess gegen mutmaßliche Einbrecherbande eröffnet: "Nur Schmiere gestanden"

Prozess gegen mutmaßliche Einbrecherbande eröffnet: "Nur Schmiere gestanden"

Fast zwei Jahre dauerte eine Einbruchsserie in der Eifel, von der überwiegend Kitas und Schulen betroffen waren. Vier Männer wurden in diesem Zusammenhang festgenommen, einer von ihnen ist bereits zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Gegen die anderen drei mutmaßlichen Einbrecher hat der Prozess vor dem Landgericht Trier jetzt begonnen.

Das könnte kompliziert werden: Drei Männer müssen sich seit gestern vor dem Landgericht Trier verantworten - insgesamt bringen sie es auf 33 Anklagepunkte.

Das sagt die Staatsanwaltschaft: Den drei Männern werden 33 Einbrüche vorgeworfen, die sie gemeinschaftlich begangen haben sollen. Ziele der Einbruchsserie waren Grundschulen, Realschulen plus, ein Autohaus, eine Gaststätte, eine Apotheke, eine Arztpraxis, eine Spielothek und die Cafeteria einer Berufsschule sowie die Räume der Caritas Westeifel in mehreren Städten in der Vulkaneifel und in Prüm. Ihre Beute jeweils: etwas Bargeld, Laptops, Beamer, Handys und alkoholische Getränke. Dazu kommt der Sachschaden, denn die vier hinterlassen haben sollen - insgesamt mehr als 100 000 Euro. "Mit brachialer Gewalt" hätten sie sich Zutritt zu den Gebäuden verschafft, so Staatsanwalt Mathias Juchem in der Anklageverlesung.

Das sagen die Angeklagten: Zwei der drei Männer haben bereits am ersten Prozesstag zumindest Teilgeständnisse abgelegt. Ein Dritter verweigert die Aussage bislang, stellte aber über seinen Anwalt in Aussicht, im weiteren Verlauf des Prozesses doch noch zu gestehen. Die beiden Geständigen sagen aber übereinstimmend aus, zu den Taten überredet worden zu sein. Die Initiative sei von dem Mann ausgegangen, der für die Einbrüche bereits verurteilt wurde. Die drei Angeklagten sind offenbar weitläufig mit dem Mann verwandt, der seit 2012 in Trier lebt und eine in Gerolstein lebende Schwester hat. Auch während der Taten seien sie selbst nicht aktiv geworden, hätten allenfalls "Schmiere gestanden". Der mutmaßliche Drahtzieher habe sämtliche Fenster und Türen aufgehebelt. "Er kam mir vor wie ein Berufseinbrecher", erklärte einer der Angeklagten.

Das sind die Schwierigkeiten: Die Rekonstruktion der 33 Fälle macht offenbar Probleme, zumindest für die Angeklagten und deren Anwälte. Die mutmaßlichen Einbrecher können sich nach eigener Aussage nicht an alle Taten erinnern. Einer der drei weiß nicht mehr, was er mit der erbeuteten Technik nach den Einbrüchen gemacht hat. Widersprüchliche Aussagen gibt es auch darüber, wer von den vieren an welcher Tat beteiligt war.

So geht es weiter: Schon morgen wird der Prozess fortgesetzt. Dann werden 15 Zeugen gehört. Ihre Aussagen sollen helfen, zunächst die genaue Höhe der Beute und der in den Gebäuden entstandenen Schäden festzustellen. Darüber hinaus sind weitere sieben Prozesstage angesetzt. An einem davon soll auch der Mann aussagen, den die Angeklagten als Drahtzieher der Einbrüche darstellen. Ein Urteil könnte Anfang Juni fallen.

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