Publikum erlebt den Mord vor Ort
Kerpen/Hillesheim · Autor, Musiker, Schauspieler, oder Tänzer - Sascha Gutzeit lässt sich in keine Schublade stecken. Sein neues Theaterstück spielt in und mit den Räumen des Kleinen Landcafés in Kerpen. Die Premiere ist am Freitag, 10. Oktober.
Kerpen/Hillesheim. Eigentlich will Kommissar Heinz Engelmann nur Urlaub in der Eifel machen, doch nach einer abendlichen Autopanne strandet er im Kleinen Landcafé - und entdeckt eine Leiche. So beginnt der Plot zu Sascha Gutzeits neuestem Projekt.
Wer den gebürtigen Wuppertaler jemals auf der Bühne erlebt hat, kann leise erahnen, welch einen Irrwitz Kommissar Engelmann in den folgenden zwei Stunden um sich herum verbreiten wird. Gutzeits Markenzeichen sind Ein-Mann-Theaterstücke voll von schwarzem Humor, selbst komponierten Songs und schrägen Einspielern, die spannend und zugleich brüllend komisch sind.
Songs, Einspieler und Auftritte
Sein kettenrauchender Kommissar im zerknautschten Trenchcoat hat seine abgefahrenen Fälle schon auf etlichen Bühnen der Republik vor Publikum gelöst, doch diesmal gibt es eine Besonderheit: "Das Stück ist eigens für das Kleine Landcafè konzipiert", sagt Gutzeit. "Das Publikum sitzt im Bühnenbild und erlebt sozusagen den Mord vor Ort". Der 42-Jährige spielt wie immer alle Rollen selbst, ist sein eigener Dramaturg und Regisseur, Komponist und Bühnenbildner - nur die Stimme des Erzählers stammt nicht von ihm: "Diesmal spricht Jacques Berndorf aus dem Off", erzählt Gutzeit. "Das bringt eine weitere Ebene ins Stück."
Seit Wochen bereitet sich das Allroundtalent auf die Premiere am 10. Oktober akribisch vor: "Dazu gehört auch, alle Wege im Landcafé abzugehen und dabei die Zeit zu stoppen", erzählt Gutzeit, der immer wieder die Kostüme wechseln muss, um in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen. Die Mischung aus Songs, Einspielern und den Auftritten Gutzeits als Kommissar, attraktive Polizeiassistentin oder gar Leiche soll beim Zuschauer ein Kopfkino auslösen, wünscht sich der Entertainer.
Es hat einige Jahre gedauert, bis Gutzeit, der unter anderem auch Hörspiele und Musik fürs Fernsehen produzierte, auf die Idee kam, seine unterschiedlichen Talente in einen Topf zu werfen und in einer Ein-Mann-Show zu bündeln. "Wie man dramaturgische Kniffe einsetzt, um die Spannung zu steigern, weiß ich durch meine Arbeit als Produzent von Hörspielen - Bewegungsabläufe auf der Bühne, die eine gewisse Körperspannung voraussetzen, habe ich als Ballettschüler gelernt."
Neue Heimat Eifel
Sascha Gutzeit lebt seit rund zwei Jahren in Bolsdorf bei Hillesheim und fühlt sich in der Eifel wohl: "Ich kannte die Gegend schon durch meine Teilnahme an verschiedenen Krimi-Events", erzählt er. Die Entscheidung, von Wuppertal nach Bolsdorf zu ziehen, sei seiner Ehefrau und ihm leichtgefallen: "Wir sind hier sehr gut aufgenommen worden." Das Bühnenstück vom "Mord im Kleinen Landcafé", das zunächst von Oktober bis Dezember angesetzt ist, sieht Gutzeit als weitere Verankerung in seiner neuen Heimat, deren ländliche Ruhe einem seiner weiteren Talente entgegenkommt: "Das Schreiben meiner Kurzkrimis hat sich hier gut weiterentwickelt. Das Leben in der Eifel hat eine klare Struktur." now
Weitere Aufführungen: 10., 11. und 15. Oktober (alle ausverkauft); 22. und 29. Oktober, 5., 12. und 26. November sowie 3., 12., 13. und 17. Dezember, jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es im TV-Service-Center Trier, unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/tickets" class="more" text="www.volksfreund.de/tickets"%>