Quer durch das Bücheruniversum

Quer durch das Bücheruniversum

Kulturredakteur Christoph Schmitz aus Daun stellt alljährlich beim "Bücherherbst" neue Werke vor. Dieses Jahr präsentierte er neun Bücher vor 100 Zuschauern - so vielen wie niemals zuvor.

Daun. (bb) Von den Anfängen der Weltliteratur bis zu aktuellen Sprach- und Geschichtsabenteuern reichte das Spektrum, das der aus Daun stammende Kulturredakteur Christoph Schmitz (Köln) vor mehr als 100 Besuchern beim diesjährigen Literaturcafé des Kulturkreises ausbreitete. So wenig Titel hatte Christoph Schmitz noch nie auf seiner Auswahlliste, seit es den alljährlichen "Bücherherbst" in Daun gibt. Und - auch das bemerkten die langjährigen Beobachter und Besucher der Veranstaltung - so viele Literaturfreunde hatten sich noch nie um ihn versammelt.

Erfolgreiche Autoren und ihre Romane 2008



Neun Bücher stellte Schmitz vor. "Denn es kann immer nur ein Streiflicht sein", begründete der Journalist die Begrenzung. Mit deutscher Geschichte in Romanform eröffnete er den gleichermaßen informativen und unterhaltsamen Abend, mit einem Blick auf Neuübersetzungen aus der literarisch-historischen Vergangenheit beschloss er ihn.

Er stellte das als "besten Roman 2008" ausgezeichnete Buch "Der Turm" von Uwe Tellkamp vor, nannte es "ein Kunstwerk an Verzauberung, Verführung und Überwältigung" und empfahl den Wälzer zur Lektüre als "die komische Dokumentation des Verfalls der DDR".

Kurt Drawert habe mit seinem Titel "Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte" die Verbrechen am Seelenleben von Menschen als Anlass für seine Erzählung über den Untergang der DDR genommen, erklärte Schmitz.

Ingo Schulze lasse seinen Roman "Adam und Evelyn" im Herbst 1989 in Ungarn beginnen und unterlege ihn mit dem Mythos von Adam und Eva, beschrieb er eine weitere Neuerscheinung.

Um sieben Jahrzehnte aus dem Leben eines fiktiven Wissenschaftlers gehe es in Marcel Beyers "Kaltenburg" - mit der Vogelkunde als Gerüst und der Angst als Motiv.

Als einen Politkrimi aus der Sicht eines Privatdetektivs "mit intimer Kenntnis des politischen Alltags in Berlin" stellte Christoph Schmitz Dirk Kurbjuweits "Nicht die ganze Wahrheit" vor. Der harmlose Titel sei bloß Tarnung, sagte er über Maria Cecilia Barbettas Buch "Änderungsschneiderei Los Milagros" mit seiner "in alle Himmelsrichtungen ausbüchsenden Handlung".

Kräftige Effekte und viel Unterhaltung bescheinigte er dem derzeit wichtigsten englischsprachigen Roman "Der weiße Tiger" des Inders Aravind Adiga.

Erfolgreiche Neuübersetzungen



"Eine sehr lebendige Nachbildung des Originals", widmete Schmitz Susanne Langes Neuübersetzung des um 1600 in Spanien von Miguel de Cervantes verfassten "Don Quijote von der Mancha". Und er lobte den Übersetzer Raoul Schrott für seine interpretative Vermittlungsbemühung um das alte griechische Epos "Ilias" von Homer.

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