Radikaler Heckenschnitt

Radikaler Heckenschnitt

Der Artikel: "Ich fühle mich nicht mehr zu Hause" wurde von uns veranlasst, nachdem ein riesiger Haufen Heckenschnitt ohne Nachfrage/Zustimmung auf unserer Wiese aufgetürmt und verbrannt worden war. Ein Landwirtschaftsmeister hatte einen etwa 200 Meter langen Heckenabschnitt sachgerecht und schonend in etwa 1,20 Meter Höhe gekappt.

Die dann folgende Maßnahme entlang unserer Wiese durch einen "Landwirt" und einen Rentner auf etwa 500 Metern führte, außer dem Verbleib von Einzelstämmen, zu einem Radikalschnitt bis auf den Boden. Anlässlich des Besuchs des TV schränkte dieser Landwirt ein, es würde jetzt eine Insel stehen bleiben, und außerdem würde nach Erreichen des nächsten Feldweges die Maßnahme von ihm beendet, da er keine Zeit mehr habe. Aber am Vormittag des 2. Februar, am Tage des Erscheinens des Presseartikels, setzte er die Maßnahme auf weiteren 600 Metern in gleicher radikaler Weise fort, obwohl vorher ein Vertreter der Oberen Landschaftsbehörde dem Bürgermeister vorgeschlagen hatte, es sei fachgerecht und der Natur dienlich, Inseln im 20 bis 30 Meter Turnus unberührt stehen zu lassen; bezeichnender Weise heißt dieses Flurstück "Lange Hecke", wo tatsächlich eine einzige schmale Insel blieb. Die Hecken sind anlässlich der Flurbereinigung Anfang der 50er-Jahre als Ausgleich und Ersatz für vorher gerodete Hecken und Feldgehölze in größerer Zahl auf Kosten der Anlieger gepflanzt und mit einem Schutzzaun versehen worden. Eine Beschneidung zur Fahrbahn hin war zweifelsohne nötig, musste aber keinesfalls gegen die Natur in dieser radikal-unsachgerechten Weise erfolgen. Dass es auch schonend und schnell gehen kann, hat zeitgleich die Jagdgenossenschaft Roth bewiesen, indem dort ein Traktor mit hydraulischem Schneidearm überstehendes Geäst entfernt hatte, und die Hecken als Windschutz und Rückzugsgebiet für Wild und Kleingetier erhalten blieben. Im Artikel "Die Nager-Plage Mauspopulation macht Bauern Sorgen" zitiert der TV einen Vertreter des DLR mit dem Vorschlag an Landwirte: "...den natürlichen Feinden der Nager mehr Rückzugsflächen zu bieten. Dies könnten Hecken und Streuobstbäume sein, in denen Wiesel leben und Greifvögel nisten könnten". Scheinbar sind in Kalenborn-Scheuern einem "Landwirt" andere Maßnahmen (Gift?) willkommener. Heinz Leuschen, Kalenborn

Mehr von Volksfreund