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Radtourismus: "Besonders für ältere Leute gefährlich" - Seniorenrat empfiehlt Verlegung der Bushaltestelle an der Umgehungsstraße

 So hätte es der Seniorenbeirat gerne wieder: Die Bushaltestelle hier noch am Bahnhof. TV-Foto: Helmut Gassen
So hätte es der Seniorenbeirat gerne wieder: Die Bushaltestelle hier noch am Bahnhof. TV-Foto: Helmut Gassen FOTO: Helmut Gassen (HG) ("TV-Upload Gassen"
Daun. Der Maare-Mosel-Radweg lockt viele Gäste nach Daun, die an der Bushaltestelle an der B 257 ankommen. Der Seniorenbeirat der Stadt hält diesen Standort für ein großes Verkehrsrisiko, besonders für ältere Leute. Er empfiehlt, die Bushaltestelle an den gut 100 Meter entfernten Bahnhof zu verlegen. Die Chancen dafür stehen allerdings schlecht. Helmut Gassen und Stephan Sartoris

Daun. Der Maare-Mosel-Radweg ist die beliebteste Strecke dieser Art in der Eifel, vor Kylltal- und Prümtalradweg. Mehrere zehntausend Nutzer passieren die Zählstelle in Mehren jährlich. Viele der Radfahrer starten ihre Tour von Daun aus. Wer mit dem Bus in die Kreisstadt kommt, landet an der Haltestelle an der Umgehungsstraße, die Teil der B 257 ist.
Der Busfahrer muss häufig einen Teil der Fahrbahn sperren, wenn die Räder abgeladen werden. Eine Situation, die Helmut Giesen, Vorsitzender des Seniorenbeirats der Stadt Daun, kritisch sieht. "Aus unserer Sicht laufen die Leute teilweise unkontrolliert auf die Bundesstraße, um an ihre Räder zu kommen. Das ist besonders für ältere Leute gefährlich, die nicht so schnell reagieren können wie Jüngere, wenn es mal eng wird. Aus unserer Sicht ist es an der Zeit, etwas zu ändern." Der Lösungsvorschlag: "Die Bushaltestelle sollte wieder an den Bahnhof verlegt werden. Dort gibt es einen großen Wendeplatz für den Bus mit dem Rad-Anhänger. Und die Radfahrer könnten sofort auf den Radweg oder über die Eselsbrücke in die Stadt fahren."
Die Idee ist nicht neu, Pläne für eine Neugestaltung des Bahnhofsumfelds liegen schon seit mehreren Jahren vor. Zwei Punkte darin waren, das Parkplatzangebot für die Radtouristen zu vergrößern und die Haltestelle des Radlerbusses dorthin zu verlegen. Damals hatte das Land noch finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt, allerdings nur, wenn auf der an Daun vorbeiführenden Bahnstrecke - der Eifelquerbahn zwischen Gerolstein und Kaisersesch - wieder regelmäßig Züge fahren würden. Aber auch davon ist man weit entfernt, seit Ende 2012 fahren gar keine Züge mehr.
Der Seniorenbeirat hat seinen Wunsch nach eigenem Bekunden Stadt, Verbandsgemeinde sowie dem Kreis und "auch dem Bürgerbeauftragten des Landes vorgetragen ", sagt der Vorsitzende. Ohne Erfolg: "Jeder hat versucht, einen anderen ins Feld zu führen, der angeblich noch gefragt werden müsste", erklärt Giesen.
Für die Stadt ist eine Verlegung, insbesondere "angesichts der klammen Haushaltslage und der geplanten Umgestaltung der zentralen Bushaltestelle am Michel-Reineke-Platz", im Moment kein Thema, sagt Stadtbürgermeister Martin Robrecht. Denn obwohl die Zuständigkeit für den ÖPNV beim Kreis liege, müsse die Stadt die Kosten für die Herstellung einer "funktionalen Haltestelle am Bahnhof" tragen.Meinung

Einfach nochmal nachdenken
Der Seniorenbeirat liegt richtig mit seiner Einschätzung, dass die Bushaltestelle an der Umgehungsstraße eine gefährliche Ecke ist, wo von Frühjahr bis Herbst Tausende Radfahrer ein- und aussteigen. Der Umsicht der Busfahrer und der Radler und auch einer Portion Glück ist es wohl zu verdanken, dass nichts Schlimmes passiert ist. Was aber nicht als Begründung taugen kann, nicht über eine Änderung nochmal nachzudenken - Zuständigkeiten hin, Finanznot her. s.sartoris@volksfreund.de