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Rätselhaftes auf exotischem Papier

Rätselhaftes auf exotischem Papier

Die Bilder und Skulpturen von Christa Feuerberg sind sowohl in Ausstellungen als auch im privaten und öffentlichen Besitz bundesweit und sogar im europäischen Ausland zu finden. Aktuell stellt sie eine Auswahl im Kleinen Landcafé in Kerpen bei Hillesheim aus - als Hommage an die Wahlheimat und das "innere Zuhause" der Künstlerin mit Zweitwohnsitz in Neroth.

Kerpen/Neroth. Christa Feuerberg (58) stammt aus Essen und hat an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Sie war Meisterschülerin und mehrfache Stipendiatin. Als sie 1985 eines alten Hauses wegen in die Eifel kam, war das zunächst ein Experiment. "Ich wollte ausprobieren, wie sich so viel Natur und Landschaft und das Leben auf dem Dorf anfühlen", erzählt sie.
Längst habe sich die Entscheidung als richtig herausgestellt, sagt sie und schwärmt von der Ruhe, Stille und Weitläufigkeit und von den Möglichkeiten, zu schwimmen, zu tauchen und zu reiten - und Musik zu machen und zu hören.
Musik inspiriert sie



Musik spiele in ihren künstlerischen Arbeitsprozessen eine große Rolle, erklärt sie und beschreibt ihre Bilder als "Stillleben mit Rhythmus" oder "komponierte Pausen, bevor sich die Geschichte in Bewegung setzt".
15 Werke aus den letzten zehn Jahren sind in der Ausstellung mit dem Titel "Passeggiata" (italienisch für Spaziergang) im Kleinen Landcafé zu sehen: die Skulptur "Pique III" (Blei auf Holz), die sich so wunderbar mit der Lehmwand verträgt, und die Zeichnungen, die Spannung auf den Bruchsteinwänden und den beiden Staffeleien auf dem Kaminsims erzeugen.
Christa Feuerberg belässt ihre Figuren im Rätselhaften: Gegenstände scheinen durch schmale Gassen zu flanieren, Schatten an Fäden vorüberzuziehen, Menschen sich hinter Masken zu verbergen. Die Künstlerin bevorzugt exotische und alte Papiere als Untergrund. Sie arbeitet mit Pastellkreide und Kohlestift, mit der aus Glanzruß gewonnenen Bister-Tusche und dem beim Geigenbau verwendeten Balsam-Terpentinöl, auch mit Asche und Erde.
Christa Feuerbergs erste Adresse ist Köln, ihre Galerie sitzt in Aachen. "Meine Zeit in den Städten ist extrem lebendig", sagt sie. Daher sei sie zurückhaltend mit Ausstellungsbetrieb in der Eifel, die sie ihr "inneres Zuhause" nennt. Doch weil sich die gleichermaßen geliebte Lebenskunst der Franzosen in dem Kleinen Landcafé in Kerpen so schön spiegele, zeige sie hier - nach 2006 nun zum zweiten Mal - eine kleine Schau.
"Ich freue mich sehr, dass ich Christa Feuerberg wieder gewonnen habe. Ihre Exponate sind so spannend, dass ich jeden Tag etwas Neues darin entdecke", sagt Landcafé-Inhaberin Thea Greif, die seit der Eröffnung im Jahr 2000 - zunächst im monatlichen, dann im zweimonatlichen Rhythmus - Kunst von Menschen allen Alters aus der Region, aus Deutschland und dem europäischen Ausland zeigt (der Trierische Volksfreund berichtete).
Christa Feuerbergs Skulptur und Zeichnungen sind noch bis zum 3. Oktober (Finissage um 12 Uhr) während der Öffnungszeiten des Kleinen Landcafés in Kerpen, Fritz-von-Wille-Straße 8, zu sehen.
Kontakt und Informationen bei Thea Greif unter Telefon 06593/996969.