Rat vertagt Ja zur Grundschulmensa

Rat vertagt Ja zur Grundschulmensa

Der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein hat beschlossen, kommendes Jahr knapp 1,5 Millionen Euro in ihre Schulen zu investierten. Die Planungen für die Grundschulmensa werden aber noch überarbeitet.

Einstimmig hat der VG-Rat den Etat für 2011 beschlossen. Die Schulden steigen um 1,42 Millionen Euro auf 8,6 Millionen Euro, die VG-Umlage, die die Dörfer an die Verbandsgemeinde zu entrichten haben, bleibt bei 42,5 Prozent.

Bei Gesamtinvestitionen von 2,1 Millionen Euro machen die Ausgaben im Bildungssektor von knapp 1,5 Millionen Euro den Großteil aus.

Bürgermeister Matthias Pauly (CDU) sagte mit Blick auf die Zukunft: "Ich bin bereit, bei Investitionen ins Bildungssystem auch künftig bis zum Äußersten zu gehen." Als Schwerpunkte nannte er den mit rund drei Millionen Euro bezifferten Neubau einer Turnhalle sowie die weitere Sanierung der Realschule plus in Gerolstein, wo bislang "nur" der C-Trakt in Angriff genommen wurde. Aber auch die kleinen Schulen auf den Dörfern dürften nicht vergessen werden.

"Wir werden tun, was zu tun ist"



Ähnlich sahen es die Vertreter der Fraktionen. So sagte Georg Linnerth (SPD: "Es ist richtig, dass das Thema Schule bei den Investitionen im Vordergrund steht." Die Leitung der Realschule plus müsse aber auch wissen, wann sie mit der Turnhalle rechnen könne. Klaus Schildgen (CDU) sagte: "In Sachen Schulinvestitionen werden wir tun, was zu tun ist." Man dürfe bei aller Notwendigkeit aber auch nicht vergessen, dass es um immense Summen geht.

Norbert Worm (Bündnis 90/Die Grünen) wiederum sprach offen einen kritischen Punkt an, als er sagte: "Die Schulen sollten in der Tat einen Vorrang haben. Aber man muss auch so ehrlich sein und sagen, dass bei der Fülle der anstehenden Vorhaben eine Erhöhung der VG-Umlage unumgänglich sein wird." Damit forderte er erwartungsgemäß Josef Bach (CDU) heraus. Der erste Beigeordnete der VG war fast drei Jahrzehnte Ortsbürgermeister von Birresborn und seit jeher Sprecher für die Belange der Dörfer. In ungewohnt scharfem Ton sagte er: "Die Verbandsgemeinde hat die verdammte Pflicht, nicht nur auf die Dörfer draufzuknüppeln, sondern sie am Leben zu lassen. Darauf werde ich achten. Dass das klar ist."

Im Haushaltsplan für kommendes Jahr vermerkt ist auch ein Mensaanbau für den Ganztagsbetrieb an der Grundschule Waldstraße für 600 000 Euro. Doch der Rat hat das Vorhaben noch nicht auf den Weg gebracht, sondern in den Bauausschuss verwiesen. Die Planungen sollen überarbeitet werden. Der neue Mensakomplex solle in die gesamte Sanierung und den Umbau der Schule integriert werden. Dennoch ist es weiterhin Ziel des Schulträgers, die Mensa zum Schuljahr 2011/2012 nutzen zu können. Schulleiter Stefan Gerber sagte zu der überraschenden Entscheidung: "Ich habe großes Vertrauen in Verwaltung und Ausschuss. Jeder weiß um die Dringlichkeit des Projekts, und dass Bauarbeiten während des Unterrichts sehr schlecht wären."

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