Regenschirme statt Picknickdecken am Gemündener Maar

Daun · Ein gemütliches Picknick auf der Wiese am Gemündener Maar und eine Märchenoper auf der Bühne - so war der Plan bei der Veranstaltungsreihe Klassik auf dem Vulkan. Aber kurz vor Beginn der Aufführung begann der Regen. Dennoch hatten rund 340 Kinder und Erwachsene ihr Vergnügen an der Märchenoper Aschenputtel.

Märchen auf der Bühne, Regen von oben: Familien erleben die Kammeroper Köln mit der Rossini-Oper „La Cenerentola“. TV-Foto: Alwin Ixfeld

Daun. Das Team um Thomas Räthlein, Michaela Schenk und Ingrid Wesseler von den Kur- und Freizeitbetrieben Daun war auf den Regen gut vorbereitet und verteilte Regencapes an die Besucher. Die nahmen das schlechte Wetter gelassen und ließen sich den Musik-Genuss nicht vom Regen verderben.
"La Cenerentola" von Gioachino Rossini (1792 bis 1868) in einer Bearbeitung der Kammeroper Köln stand auf dem Programm. Die Oper mit dem italienischen Namen ist besser bekannt als Aschenputtel. Das uralte Märchen weiß bis heute zu verzaubern. Auch bei Regen. Kinder und Erwachsene verfolgten fasziniert das Geschehen auf der kleinen schwimmenden Bühne im Gemündener Maar.
Als Angelina, das Aschenputtel (gespielt von Ana Secepanovic), von den Stiefschwestern schikaniert wurde, griff Freund Alidoro (Wolf Latzel) ein, fragte die Kinder vor der Bühne, ob er helfen soll. In das vielstimmige "Ja" aus dem Publikum mischten sich auch Stimmen von Erwachsenen. Aschenputtel und Alidoro bekamen für ihre stimmlich gekonnten Solodarbietungen Szenenapplaus.
Dass zu einer Oper nicht unbedingt ein ganzes Orchester gebraucht wird, bewies der musikalische Leiter Daniel Kirchmann am Klavier. "Das war toll", erklärte Tim Meyer (9), "aber das war auch irgendwie anders.": Seine Schwester Maike (7) wusste warum. Sie sagte: "Das mit dem Prinzen und dem Diener, als die getauscht haben, das war anders." Ihre Eltern Hiltrud und Joachim aus Mainz erklärten: "Sie kennen den Film." Auch der sechsjährige Hannes fand die Aufführung schön: "Die haben so schön gesungen!" Seine Oma Gisela war extra von der Mosel gekommen: "Die Kinder kennen doch keine Märchen mehr heute und schon gar keine Oper." Kinder an klassische Musik heranzuführen, das war ein Ziel bei dieser Veranstaltung von Klassik auf dem Vulkan. Mit der Kammeroper Köln haben Thomas Räthlein und sein Team offensichtlich einen passenden Partner gefunden. Denn der Opernnachwuchs, der dort gefördert wird, zeigte in Daun, dass zur Oper nicht nur gute Stimmen gehören, sondern auch schauspielerisches Talent. AIX