Reifen, Roller, Rock’n’Roll

Reifen, Roller, Rock’n’Roll

NÜRBURGRING. (red) In diesem Jahr hat die Eifelrennstrecke wieder ein randvolles Programm. Zwei Millionen Besucher sollen angelockt werden.

Der "Herr des Ringspektakels", Hauptgeschäftsführer Walter Kafitz, drückt weiter aufs Gaspedal: "2006 schalten wir den Turbo zu für den Ring als Ganzjahresattraktion für Rennsportfans, Familien- und Erlebnisurlauber." Formel 1, Rock am Ring, 24-Stunden-Rennen und der Truck-Grand Prix - der Nürburgring bietet auch 2006 das volle PS- und Watt-Programm für Motorsportfans, Freunde der gepflegten Hard-Rock-Musik und jene, die sich freiwillig mit dem Rad oder zu Fuß durch die grüne Hölle quälen wollen. Der Veranstaltungskalender steht, der Ring legt aber noch einen Gang zu. Bis zum Jahresende soll das 200-Millionen-Euro-Projekt "Erlebnisregion Nürburgring" richtig in Fahrt kommen. Noch stehen Feriendorf, Vier-Sterne-Hotel, VIP-Lounges und Motorshops auf einer neuen Haupttribüne sowie Boulevard mit integrierter Mehrzweckarena nur auf den Plänen des Aachener Star-Architekten Hermann Tielke. Bis zum Jahresende will Walter Kafitz aber nicht nur baureife Skizzen vorliegen haben. Bis dahin sollen auch Verträge beziehungsweise Vorverträge mit potenziellen Investoren fix sein, die sich an dem größten Projekt seit dem Bau der legendären Strecke 1927 beteiligen. Und Kafitz ist optimistisch. "Ein erster Vertragsentwurf ist geschrieben, mit weiteren Investoren stehen wir in guten Gesprächen." Auch die staatlichen Genehmigungsverfahren rollen an. Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist abgeschlossen, gemeinsam mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) steigt man jetzt ins Raumordnungsverfahren ein. "Land, Kreis, Verbandsgemeinde Adenau und SGD ziehen unglaublich gut mit", freut sich Kafitz über die gute Kooperation mit den Behörden."Mit unserem Programm sind wir Trendsetter"

Ganz vorne in der Startaufstellung für die Höhepunkte 2006 steht aber die Formel 1. Sie eröffnet vom 4. bis 7. Mai den Reigen der Großveranstaltungen in der Eifel. Und die Königsklasse im Motorsport soll aus Sicht der Zuschauer auch in diesem Jahr mehr sein als Kreisverkehr auf hohem Niveau. "Mit unserem Rahmenprogramm sind wir Trendsetter in der Branche und konnten 2005 den Negativtrend bei den Zuschauerzahlen stoppen", so der Ringchef. Ein Programm wurde gestrickt, das den Zuschauern einen Blick hinter die Mauern des Hochsicherheitstraktes Formel 1 bieten soll: Autogrammstunden mit den Piloten, "Renn-Taxifahrten" mit Alonso und Co., Bustouren über die Grand-Prix-Strecke mit Experten, der Gang durch die Boxengasse und das Race-Party-Zelt sollen vier Tage rund um die Uhr Spaß und Spannung zu moderaten Preisen bieten. Der Erfolg der Marketingmaßnahmen zeigt sich früh: "Wir haben bereits mehr als 54 000 Tickets verkauft", freut sich der Ringchef. Berührungsängste wie in der Formel 1 kennt man bei den weiteren Top-Events des Jahres nicht. Bei Rock am Ring mit Depeche Mode in der Pole Position, dem 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife sowie dem Truck-Grand Prix gehört der hautnahe Kontakt zum Publikum mit zum Erfolgsrezept. Und auch die DTM, die Ferrari Racing Days mit Michael Schuhmacher, die Renault World Series und die zehn Läufe zur BF Goodrich-Langstreckenmeisterschaft, die Rennen für Rennen rund 27 000 Zuschauer sehen, locken mit ihrer Nähe zu den Massen. Auch zu Fuß und mit dem Rad kann man 2006 wieder den Ring erleben. "Rad und Run am Ring" hat sich zur größten Breitensportveranstaltung in Rheinland-Pfalz entwickelt, erklärt Walter Kafitz nicht ohne Stolz. Allein für das 24-Stunden-Radrennen über die Nordschleife rechnet er mit über 2000 Teilnehmern. Premiere feiert in diesem Jahr ein 24-Stunden-Rennen für Mountainbiker. Programm von März bis Ende Oktober bietet der Ring 2006. Und auch danach stehen längst nicht alle Räder still. Quadfahren durch den Schnee, Eislaufen auf dem Boxendach und Sonderausstellungen in der Erlebniswelt überbrücken elegant die Zeit, während die PS-Branche im Winterschlaf liegt.

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