Reise in die römische Geschichte

Reise in die römische Geschichte

Von der Heil- und Kochkunst der Antike über das Militär bis hin zum Bäderwesen: Rund um den Gunderather Heilbachsee wurde am Wochenende ein informativer Blick in die Vergangenheit geboten.

Gunderath. Nach der gelungenen Premiere der Veranstaltung "Geschichte erleben und staunen" im vergangenen Jahr in Bodenbach hofften die Organisatoren bei der zweiten Auflage rund um den Heilbachsee in Gunderath auf einen ähnlich erfolgreichen Verlauf. Doch das sehr launische Wetter mit einem Wechsel von Sonne und Regen sowie böigem Wind machte den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Es kamen an beiden Tagen wesentlich weniger Besucher als erhofft. Dem Wetter fiel auch das für Samstag geplante Feuerwerk zum Opfer. Entsprechend fällt die Bilanz von Andrea Meyfarth, Leiterin der Touristinformation Kelberg und Organisatorin der Veranstaltung, aus: "Wir hatten wirklich Pech mit den äußeren Umständen, deshalb bin ich schon etwas enttäuscht. Zudem hatte ich angenommen, dass mehr Besucher aus dem direkt an den Heilbachseee angrenzenden Ferienpark kommen würden." Im Mittelpunkt der Geschichtsreise stand wieder das römische Leben in all seinen Facetten vom Genuss mit römischen Speisen und Wein, Heilkunst mit Salben und Kräutern bis hin zur Armee mit ihren Legionen und Kohorten. Letztere faszinieren besonders Marcus Junkelmann, der 1986 mit sieben Kameraden als römische Soldaten gekleidet von Augsburg über die Alpen bis nach Rom zog. In seinem Buch "Die Legionen des Augustus" wurde dieses frühe Kapitel experimenteller Archäologie anschaulich beschreiben, und darüber berichtete Junkelmann am ersten Veranstaltungstag in einem viel beachteten Vortrag. Einen Einblick ins antike Leben gewährte auch Michael Kuhn, der aus seinem Werk "Marcus, Soldat Roms" vorlas. Mit 24 Soldaten trat auch wieder eine Kohorte aus Rheinbrohl in originalgetreuer römischer Montur an und zeigte unter der Leitung von Centurio Flavius Linus (alias Reinhold Küpper) militärischen Drill der Römerzeit. Die Kohorte gibt es seit elf Jahren und sie ist oft unterwegs. "In diesem Jahr haben wir schon sieben Veranstaltungen begleitet. Römer sein, das macht uns einfach Spaß", berichtete Centurio. Er erklärte den Besuchern die Bedeutung der Waffen und ihren Gebrauch. In einer Ausstellung zeigte Ralf Dickel den Besuchern römische Militärausrüstung. Kinder kamen bei der Veranstaltung besonders auf ihre Kosten. Sie konnten sich einen römischen Schild bemalen, mit dem Bogen schießen oder als Römer kämpfen. Video ab 16 Uhr unter:volksfreund.de/videos

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