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Relativ amüsanter Vortrag über einen relativ schlechten Schüler

Relativ amüsanter Vortrag über einen relativ schlechten Schüler

DAUN. Kleines Auditorium bei einem höchst unterhaltsamen Vortrag über Albert Einstein: Auf Einladung der Volkshochschule (VHS) sprach Professor Jürgen Kremer über den weltberühmten Physiker anlässlich seiner Entdeckung der Relativitätstheorie vor 100 Jahren und seines Todes vor 50 Jahren.

Als "Dauner Jungen" stellte der pädagogische Leiter der Volkshochschule Daun, Holdwill Weber, den Referenten des Abends vor: Sohn von Helmut und Helga Kremer, Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium, verheiratet und Vater von zwei Kindern, Physiker mit Dozentur an der Fachhochschule Remagen. Den Vortrag "Zum Gedenken an Albert Einstein" stellte Weber in die VHS-Tradition, großen Persönlichkeiten zu besonderen Anlässen eine Veranstaltung zu widmen. Vor 100 Jahren hatte Einstein die Relativitätstheorie begründet, vor 50 Jahren starb er. Entlang der Meilensteine "Kindheit, Berühmtheit, Besonderheit" lenkte Kremer den Blick der rund 30 Zuhörer auf den 1879 in Ulm geborenen Sohn einer jüdischen Familie, der mit sechs Jahren das Geigenspiel begann und mit 15 das Gymnasium abbrach. Einstein fand heraus, dass man in Zürich ohne Abitur Physik studieren konnte ("Von allem anderen habe ich ja noch viel weniger Ahnung"). Ein Genie fällt durch die Aufnahmeprüfung

Die Aufnahmeprüfung bestand er nicht, doch fielen seine exzellenten Kenntnisse in Mathematik und Physik auf. "Sie sind ein sehr gescheiter Junge, aber Sie lassen sich nichts sagen." Dieses Urteil eines seiner Professoren ist aus seiner Studentenzeit verbürgt. Und während Albert Einstein beim Berner Patentamt eine drittklassige Anwaltsstelle inne hatte, verfasste er im Jahr 1905, dem "Annus Mirabilis" (Wunderjahr) fünf Arbeiten, darunter die Relativitätstheorie. Weltberühmt wurde er 1919, den Nobelpreis bekam er 1921. Er war zweimal verheiratet und hatte zwei Söhne und eine uneheliche Tochter. 1933 emigrierte Einstein in die USA; nie wieder betrat er deutschen Boden. Mit einer Reihe von historischen Fotografien, einem kurzen Tondokument und Zitaten von und über Einstein brachte der Referent seinen Zuhörern den bedeutenden Physiker, den großen Geist, den witzigen Zeitgenossen näher. Das gefiel auch dem neunjährigen Aaron Liel aus Gillenfeld, der mit seinem Vater zu dem Vortrag gekommen war. Aaron ist im vierten Schuljahr und hatte sich für Albert Einstein entschieden, als seine Klasse sich ein freies Thema in Sachkunde aussuchen durfte. "Mir hat an dem Vortrag besonders gut gefallen, dass Einsteins Freunde bekannte Mathematiker und Physiker waren. Das wusste ich nämlich noch nicht."