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Rheinland-pfälzische A-1-Planung wandert nicht zur neuen Autobahn GmbH

Daun/Montabaur : Rheinland-pfälzische A-1-Planung wandert nicht zur neuen Autobahn GmbH

Die Autobahn GmbH des Bundes hat am 1. Januar die Arbeit aufgenommen und ist nun für Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung sowie Finanzierung der Autobahnen in Deutschland zuständig. Das A-1-Lückenschluss-Teilstück auf rheinland-pfälzischer Seite wird aber weiter vom Landesbetrieb Mobilität geplant. Mit einer Vorgabe des Verkehrsministers: In diesem Jahr soll Baurecht erreicht werden.

Das wird ein spannendes Jahr, was den Dauerbrenner A-1-Lückenschluss angeht. Die Frage ist: Wird Volker Wissing liefern? Der rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsminister mit FDP-Parteibuch hat 2016 verkündet und seit dem  mehrfach wiederholt: 2021 soll  Baurecht für das rheinland-pfälzische Teilstück zwischen Kelberg und Adenau erreicht werden.

Und noch eine Frage, die das neue Jahr mit sich gebracht hat: Hat der Start der Autobahn GmbH einen Einfluss auf die Planung für das rheinland-pfälzische Teilstück und die nordrhein-westfälischen Abschnitte? Der Hintergrund: Die Autobahn GmbH ist eine bundeseigene Gesellschaft, die 2018 gegründet worden ist und am 1. Januar 2021 Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, Finanzierung und vermögensmäßige Verwaltung der Autobahnen in Deutschland übernommen hat. Die Niederlassung West mit Sitz in Montabaur ist verantwortlich für die  rheinland-pfälzischen, saarländischen und südhessischen Autobahnen. Mit einer Länge von rund 1560 Streckenkilometern in einem Gebiet von 23 350 Quadratkilometern hat die Niederlassung nach eigenen Angaben  das größte Autobahnbestandsnetz bundesweit zu betreuen. Neben Montabaur gibt es Außenstellen in Wiesbaden, Darmstadt, Frankfurt/Gelnhausen und Neunkirchen (Saar),  hinzu kommen 22 Autobahnmeistereien. Vorgesehen ist, das bis Ende des Jahres mehr als 1400 Mitarbeiter bei der Niederlassung West tätig sein sollen, um Erhaltungsmaßnahmen und Straßen-, Tunnel- und Brückenbauprojekte für die Region zu planen und umzusetzen.

Wozu das A-1-Teilstück auf rheinland-pfälzischer Seite von den Anschlussstellen (AS) Kelberg bis Adenau aber nicht gehören wird, wie der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds erklärt.  „Es gibt eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Autobahn GmbH und dem LBM. Diese sieht vor, dass der LBM Trier im Auftrag der Autobahn GmbH weiterhin das Planfeststellungsverfahren für dieses Projekt betreut. Das Planfeststellungsverfahren wird wie bisher von der Planfeststellungsbehörde beim LBM RP durchgeführt, die Planer müssen also nicht umziehen. Aufgrund der abgeschlossenen Kooperationsvereinbarung wird es zu keinen zeitlichen Verzögerungen kommen“, heißt es aus der Zentrale in Koblenz.

Anders sieht es im Nachbarland aus. „Die Planungen für die NRW-Teilstücke stehen nun in Verantwortung der Autobahn GmbH“, teilt das Verkehrsministerium in Düsseldorf auf Anfrage mit. 2016 hatte der damalige SPD-Verkehrsminister Michael Groschek ebenfalls Baurecht 2021 auf NRW-Seite als Ziel genannt. Aber die 2017 ins Amt gekommene CDU-FDP-Koalition verließ 2018 die gemeinsame Linie mit einer „optimierten Trassenführung“. Die Neuplanung betrifft das rund zehn Kilometer lange Teilstück zwischen den AS Lommersdorf (NRW) und Adenau. Dort soll auf nordhrein-westfälischer Seite ein Bogen um das geschützte Haselhuhn gemacht werden.

Bis hierhin und nicht weiter: das Autobahnende auf nordrhein-westfälischer Seite. Foto: e_daun <e_daun@volksfreund.de>+SEP+e_daun <e_daun@volksfreund.de>

Außerdem ist ein knapp 600 Meter langer Tunnel geplant, damit ein großes Waldgebiet oberhalb des Ahrtals weniger durchschnitten wird. Das Risiko, im Fall von Klagen vor Gericht zu verlieren, werde so minimiert, hieß es zur Erläuterung aus Düsseldorf. Die Konkann Jahre dauern, der wirkliche Lückenschluss von Dreis-Brück bis Tondorf wird sich entsprechend verzögern.