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"Richtige und sinnvolle Investition”

Neroth/Gerolstein. Die Verbandsgemeinde ist bereit, Geld für zusätzliches Betreuungsangebot an Grundschule Neroth auszugeben. Mario Hübner

Neroth/Gerolstein Die letztlich zwar einstimmige Entscheidung des Haupt- und Finanzausschusses der Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein zugunsten eines zusätzlichen Betreuungsangebots an der Grundschule Neroth war nicht unumstritten. Denn nach der Ankündigung der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Stefanie Hubig wird die Grundschule - wie 40 weitere im Land - überprüft, ob sie dauerhaft fortbestehen kann. Mit derzeit 29 Kindern in zwei Klassen ist sie die kleinste im Kreis und liegt unterhalb der vom Land festgelegten Mindestgröße von drei Klassen.
Daher meinte Ausschussmitglied Bernd May: "Ich bin natürlich dafür, dass die Grundschule in Neroth erhalten bleibt, gebe aber zu bedenken: Wir geben hier eine fünfstellige Summe aus, und dann wird die Schule eventuell geschlossen." Antwort von Matthias Pauly (CDU), Bürgermeister der VG Gerolstein, die Schulträgerin der Grundschule in Neroth ist: "Ich kann nicht in die Zukunft schauen, weiß aber, dass wir uns um unsere Schulen kümmern müssen und werden."
In die gleiche Kerbe schlug erwartungsgemäß der VG-Beigeordnete Egon Schommers, zugleich Ortsbürgermeister von Neroth: "Die Schülerzahlen in Neroth werden in den nächsten Jahren wieder steigen, die Investition ist richtig und sinnvoll." Dies meinte auch Klaus-Dieter Peters (FWG), ebenfalls aus Neroth: "Ich begrüße die Einrichtung einer betreuenden Grundschule, wenngleich sie etwas spät kommt. Aber besser spät als nie."
Schulleiterin Anke Brausch begründete den Start zum nächsten Schuljahr damit, dass es im benachbarten Kindergarten ein Ganztagsangebot seit fünf Jahren gebe. "Nun kommen die ersten Kinder zu uns, und die Eltern haben sich daran gewöhnt. Daher wollen wir ihnen hier und jetzt diesen Service auch bieten", sagte sie. An die Adresse der Kritiker richtete sie folgende Worte: "Es wäre ein fatales Zeichen, wenn der Schulträger nun die Unterstützung der Schule einstellen würde. Wie würde das denn in Mainz ankommen? So aber ist es genau das richtige Signal zum richtigen Zeitpunkt." Für das neue Angebot wird die vorhandene Küche um Tische und Stühle erweitert, eine Hauswirtschafterin soll sich um das Essen für die Kinder kümmern, das angeliefert wird. Die Investitionskosten veranschlagt die VG einmalig mit 10 000 Euro, zudem kommen jährlich weitere 10 000 Euro auf den Schulträger zu.
Das Betreuungsangebot wird deutlich erweitert: montags bis freitags bis 16 Uhr. Und anders als bei einer Ganztagsschule können Eltern ihre Kinder auch an nur einem oder zwei Nachmittagen zur Betreuung in der Schule lassen. Bislang können die Kinder längstens bis 13 Uhr in der Schule bleiben.
Nach dem einstimmigen Beschluss fragte Bürgermeister Pauly die Schulleiterin: "Frau Brausch, sind Sie nun zufrieden mit uns?" Ihre Antwort: "Ja! Und Sie sind jetzt noch mal sicher vor der nächsten Kappensitzung." Anke Brausch ist in ihrer Freizeit, Comedian, Büttenrednerin und Sitzungspräsidentin im Karneval.
KLEINSTE GRUNDSCHULE IM LANDKREIS


Extra

Die Grundschule Neroth (VG Gerolstein) ist mit derzeit 29 Kindern die kleinste Grundschule im Kreis Vulkaneifel. Zum nächsten Schuljahr gehen sechs Schüler ab, elf neue sollen kommen. Damit hätte die Schule 34 Schüler. Und die werden - wie bereits seit Jahren - in zwei Kombiklassen unterrichtet: die Kleineren in der gemeinsamen ersten und zweiten Klasse, die größeren in der gemeinsamen dritten und vierten Klasse.