Riesenbärenklau breitet sich im Vulkaneifelkreis weiter aus

Gesundheit : Groß, giftig, gefährlich

Der Vulkaneifelkreis hat dem Riesenbärenklau schon vor vielen Jahren den Kampf angesagt, doch so richtig will sich das in der Eifel nicht heimische und zudem sehr gefährliche Gewächs nicht zurückdrängen lassen.

Der Anblick ist schon recht prachtvoll: Überall entlang des Treisbachs bei Lissingen stehen meterhohe Pflanzen an Ufer und Böschungen. Meter hoch ragen die Stiele auf, große weiße tellerförmige Doldenblüten recken sich in den Himmel. Doch so hübsch die aus der Entfernung an gigantische Schafgarben erinnernden Blüten auch sein mögen, so groß die Versuchung auch ist eine der „Blumen“ zu pflücken, die Devise lautet: Bloss nicht anfassen, schon recht nicht tagsüber. Die gesamte Pflanze stößt nämlich bei Berührung ein Gift aus, das erst im Licht sein volle Wirkung entfallt und zu schweren Verbrennungen führen kann.

Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt die auch als Herkulesstaude bekannte hier eigentlich nicht heimische Pflanze die Behörden. „Der Landkreis Vulkaneifel hat in den letzten Jahren durch verschiedene Aktionen versucht die Verbreitung einzudämmen“, sagt die Kreis-Pressesprecherin Meike Welling. Beispielsweise habe es verschiedene Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen des Jobcenters der Kreisverwaltung Vulkaneifel gegeben, bei denen über längere Zeiträume viele Flächen, insbesondere entlang der Kyll „gesäubert“ worden seien.

„Ein Augenmerk wurde hier besonders auf schutzwürdige Biotope und Naturschutzgebiete gelegt“, sagt Meike Welling. Der Natur- und Geopark Vulkaneinfel habe außerdem Aktionen am Üßbach und seinen Nebengewässern umgesetzt. Auch die Fläche am Treisbach sei bekannt. „Es gab in der Vergangenheit bereits einen Einsatz der Bundeswehr, die die Pflanzen suksessive entlang des Baches entfernt hat“, sagt Meike Welling. Da die Maßnahme jedoch schon etwas zurückliege müsse sie nochmals wiederholt werden. „Leider fehlen derzeit Mittel, Arbeitskräfte und entsprechende Fördergelder“, sagt sie. Gerade an fehlenden Mittel scheitert die konzentriertere Zurückdrängung der Herkulesstaude. „Mittlerweile sind in großen Teilen die Fördermittel erschöpft.

Auch propagiert die oberste Naturschutzbehörde des Landes Rheinland-Pfalz schon seit längerem, dass der Kampf gegen die Ausbreitung des Riesenbärenklaus als verloren gilt – auch weil es unter anderem keine biologischen Feinde gibt“, sagt Meike Welling.

Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Vulkaneifel sieht die Sache allerdings anders. „Sie vertritt die Auffassung, dass die Ausbreitung dieser Pflanze zumindest auf biotopisch wichtigen Naturschutzräumen eingedämmt beziehungsweise verhindert werden sollte“, teilt das Kreispresseamt mit. Auch auf die Ausbreitung an halb-öffentlichen und öffentlichen Plätzen soll geachtet werden, um den Kontakt der Bürger mit dem Gift der Pflanze zu verhindern.

Beim Vulkaneifelkreis setzt man weiter auf einen Zusammenschluss aller Betroffenen. Letztlich ist die Bekämpfung der invasiven Neophyten eine Angelegenheit die ALLE, sprich Naturschutzbehörden, Wasserbehörden, Naturparke und Ordnungsämter gemeinsam angeht.

Am Treisbach breitet sich die giftige Herkulesstaude trotz bereits umgesetzter Maßnahmen weiter aus. Foto: Frank Auffenberg

„Grundsätzlich ist der Eigentümer selbst beziehungsweise die jeweilige Ortsgemeinde für die Entfernung und Eindämmung des Riesenbärenklaus zuständig“, sagt Welling. Blauäugig darf sich aber niemand ans „Abholzen“ machen. „Bei der Entfernung sollte besonders auf entsprechende Schutzkleidung und das Tragen von Handschuhen geachtet werden, um mit der Absonderung der Pflanze nicht allzu sehr in Kontakt zu kommen“, mahnt das Presseamt.

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