Robrechts Heimspiel geht zu Ende

Robrechts Heimspiel geht zu Ende

Wechsel an der Spitze des in Daun stationierten Fernmeldebereichs 93: Oberst Reinhard Jörß hat das Kommando von Oberst Martin Robrecht übernommen, der seit Dezember 2005 an der Spitze der Bundeswehr-Einheit gestanden hat.

Daun. Nach drei Jahren als Kommandeur des Fernmeldebereichs 93 steht für Martin Robrecht das an, was für Bundeswehroffiziere zum beruflichen Leben gehört: eine Versetzung. Allerdings nur beruflich, denn der Wohnort von Robrecht bleibt Daun. In der Kreisstadt ist er längst ein alter Bekannter, beruflich wie privat. Der gebürtige Bremer war bereits von 1976 bis 1984 in der Dauner Heinrich-Herz-Kaserne.

Von 1993 bis 1996 war er Kommandeur des damaligen Fernmeldeaufklärungsregiments 940 und hatte seit Dezember 2005 als Kommandeur des Fernmeldebereichs 93 ein weiteres "Heimspiel". Sein neuer Arbeitsplatz ist Gelsdorf bei Bonn, wo er als stellvertretender Kommandeur des Kommandos Strategische Aufklärung, dem Daun unterstellt ist, fungieren wird.

Seine Bilanz fällt positiv aus: "Aus zwei Bundeswehr-Strukturreformen ist der Standort Daun als Gewinner hervorgegangen." Und das nicht nur personell, auch in die Infrastruktur der Heinrich-Hertz-Kaserne seien in den vergangenen Jahren Millionen investiert worden, für den scheidenden Kommandeur "auch eine Form der Standortsicherung". Mit rund 1200 Soldaten und Zivilbeschäftigten sei die Bundeswehr zudem der größte Arbeitgeber vor Ort, hebt Robrecht hervor.

Aufgabe des am Standort Daun beheimateten Fernmeldebereichs 93 und des Fernmeldeaufklärungsabschnitts 931 ist es, Nachrichten und Daten zu erfassen und auszuwerten, um drohende Gefahren rechtzeitig erkennen und melden zu können. Im militärischen Sprachgebrauch heißt das "Informationsgewinnung und Lagefest-stellung für Interessen- und Einsatzgebiete der Bundeswehr". "Diese Ergebnisse dienen vor allem der Sicherheit der Soldaten im Auslandseinsatz in Afghanistan und Bosnien", erläutert Robrecht, der selber ein halbes Jahr in Afghanistan war. Rund 100 Soldaten aus den dem Fernmeldebereich 93 unterstellten Einheiten sind derzeit dort stationiert, aus Daun selbst sind es zwölf.

Um die Aufgabe der Spezialisten in Daun zu erfüllen, verfügen sie über modernste computergestützte Technik. Schreibblock und Bleistift sind längst Monitor, Maus und Tastatur gewichen. "Die technische Entwicklung in diesem Bereich hat sich enorm entwickelt", berichtet Robrecht, "und wir sind stets auf der Höhe der Entwicklung." Dies sei unverzichtbar im Interesse der Sicherheit der Soldaten im Ausland.

Während der alte Kommandeur noch letzte Sachen aus seinem Büro in der Dauner Kaserne schafft, hat sich der Neue schon längst umgesehen an künftiger Wirkungsstätte. Nachfolger von Martin Robrecht in Daun wird Oberst Reinhard Jörß. Der 52-Jährige stammt aus Hannover, ist verheiratet und lebt in Rheinbach, wo er auch bis zum Wechsel nach Daun stationiert war. Seine erste Aufgabe an neuer Stelle: "Die Soldaten und Zivilbeschäftigen, die aus Trier und Berlin-Gatow nach Daun versetzt werden, schnell integrieren." Das soll bis Mitte 2009 vollzogen sein, erklärt Jörß.

Offiziell wird der Wechsel am Freitag, 12. Dezember, mit einem großen Appell vollzogen: Dann übergibt Brigadegeneral Friedrich Wilhelm Kriesel das Dauner Kommando von seinem künftigen Stellvertreter Oberst Robrecht an Oberst Jörß.