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Rock am Ring 2022: Erfolgreicher erster Tag auf dem ausverkauften Festival

Ausverkauftes Festival : „Spring, Rock am Ring!“ – Die Fans feiern wie vor Corona (Fotos)

Nach zwei Jahren Festival-Pause ist Rock am Ring mit 90.000 Fans wieder auf dem ausverkauften Nürburgring zurück. Egal ob vor der Bühne oder auf dem Gelände – die Stimmung ist ausgelassen. Welche Rolle Corona noch spielt und wie die Polizei den ersten Tag erlebt hat.

„Alter, Rock am Ring ist zurück, Leute!“ Als Ingo, Sänger der Band Donots, den Satz in die Menge schreit, toben die Fans. Die Donots eröffnen das Festival um zwei Uhr nachmittags an diesem Freitag. Und sie geben das Motto vor, das sich wohl durch das ganze Festival ziehen wird: Der Ring ist zurück. Endlich wieder – nach zwei Jahren Pause.

Sonne brennt Festivalgängern auf den Kopf - Rock am Ring ist zurück!

Die Fans stehen dicht gedrängt vor der Hauptbühne, keine Abstände, Bandshirt an Bandshirt, manche oberkörperfrei, viele mit Kappen und anderen Kopfbedeckungen. Denn es ist heiß an diesem Nachmittag. Die Sonne brennt, die Stimmung steigt. Auch dank Ingo, der nicht nur singt, sondern auch noch Witze reißt. „Ich wusste überhaupt nicht, ob ich es überhaupt noch kann“, ruft er – nach zwei Jahren Konzert-Pause wieder auftreten. Deshalb hat er sich YouTube-Videos von Konzerten angeschaut. Unter anderem von einem Auftritt der Band Rage Against The Machine. „Springen die Leute bei euch auch so, Papa?“, habe seine Tochter gefragt. Ja, war Ingos Antwort – und deswegen fordert er alle heraus: „Wollt ihr für Kindertränen verantwortlich sein? Spring, Rock am Ring!“

Moshpits öffnen sich, die Fans springen gegeneinander, strecken die Arme im Takt nach oben, feiern, dass sie wieder feiern können. Was ein Moshpit ist? Viele tanzen im Kreis, der mitten in den Massen ausgemacht wird, springen und rempeln sich an. Nicht nur vor der Bühne, sondern auf dem ganzen Gelände ist die Mega-Stimmung spürbar. „Ist das schön, wieder hier zu sein!“, brüllt ein Festival-Besucher am Eingang. „Proooost“, stößt ein anderer mit jedem an, der an ihm vorbeigeht. Auch die Gruppen, die nicht vor den Bühnen stehen, haben sichtlich Spaß. Manche tanzen, andere singen. Von allen Seiten füllt sich das Gelände. „So schön, so schön, oh wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen“, singt eine Gruppe auf dem Weg in die Menge.

Die Ringrocker sind offiziell wieder angekommen. Die Nacht scheint kurz gewesen zu sein. Der ein oder andere macht erstmal noch ein Nickerchen auf dem Boden. Doch die Stimmung leidet darunter nicht: „Ich habe, glaube ich, nur zwei Stunden geschlafen, aber die Motivation regelt das schon. Es ist so geil, wieder hier sein zu können!“, sagt eine Besucherin aus der Nähe von Essen im Vorbeigehen, während ihre Gruppe sich auf dem Weg zum Gelände macht. Und was ist in den zwei Jahren Festival-Zwangspause so passiert? „Ich bin in der Zwischenzeit Mutter geworden“, sagt eine Besucherin aus Duisburg. „Und jetzt endlich wieder hier!“

Taschenkontrollen ja, aber keinerlei Corona-Kontrollen bei Rock am Ring

Am Eingang wird jeder Festival-Besucher mit Tasche genau kontrolliert. Tasche auf, Geldbeutel raus, „alles klar, ihr könnt durch“, heißt es am Eingang. Anders sieht das bei Kontrollen aus, die in den vergangenen zwei Jahren zur Gewohnheit geworden sind. Abstände, Masken, Desinfektionsmittel – alles vergessen. Niemand trägt Mund-Nasen-Schutz, Abstand halten in der Menge ist nicht. Schließlich ist das auch nicht vorgeschrieben – für das Festival gibt es keine Corona-Regeln. Also eigentlich alles so wie früher.

Die Fans stört das nicht, ganz im Gegenteil. Lukas aus Düsseldorf, der mit seiner Gruppe bei den Essensständen unterwegs ist, sagt: „Ich habe keine Bedenken wegen Corona, ich freue mich auf die Saison, die wieder startet! Nach zwei Jahren Festival-Pause finde ich es einfach toll, dass es wieder losgeht.“ Einer seiner Freunde meint: „Wir sind sowieso alle dreifach geimpft. Quasi vierfach, weil wir es alle schon hatten.“

An einem der Eingänge macht sich gerade eine Gruppe junger Frauen aus Duisburg-Rahm fertig fürs Feiern. „Wir sind Fußballer; und wir konnten weder rocken noch spielen, jetzt können wir alles wieder, und wir freuen uns!“, rufen zwei von ihnen gemeinsam und lachen. Dann ziehen sie weiter Richtung Bühnen.

Auch im Lidl RockStore – dem Festival-Super-Markt, der in einer großen Halle aufgebaut ist – trägt fast niemand eine Maske. Die gibt es auf den ersten Blick auch gar nicht im Sortiment. Dafür jede Menge Essen, Getränke und Festival-Ausrüstung wie Gummistiefel.

Rock am Ring ist mit 90.000 Besuchern ausverkauft - Das ist Rekord!

Mit 90.000 Gästen und einem ausverkauften Festival erreicht Rock am Ring dieses Jahr einen Besucherrekord. Also einiges zu tun, für die Polizei und Einsatzkräfte, oder? Bisher nicht, sagt Lars Brummer, Pressesprecher der Polizei Koblenz. „Die einzige Auffälligkeit ist, dass die Anreise und der erste Tag auffällig gut geklappt haben.“ An der ein oder anderen Stelle habe es gehakt, aber das sei normal. Größere Einsätze habe es keine gegeben. „Es war ein sehr positiver Start. Von uns aus kann es genau so weitergehen.“ Auch das Deutsche Rote Kreuz hatte einen guten Start, sagt Thorsten Trütgen, Pressesprecher des DRK Kreisverbands Ahrweiler. „Bisher gibt es noch gar nichts zu berichten – alles im grünen Bereich.“ Rock am Ring ist zurück.

Unsere TV-Reporter sind vor Ort und begleiten das Festival für euch. Auf unserer Homepage findet ihr aktuelle Band-Berichte, Reportagen und natürlich viele Fotos.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rock am Ring 2022: Donots