Rondell-Brunnen: Noch kein Favorit erkennbar

Rondell-Brunnen: Noch kein Favorit erkennbar

Der Brunnen, der am Rondellvorplatz in Gerolstein gebaut werden soll, hat in den vergangenen Tagen für Gesprächsstoff gesorgt. Heute Abend entscheidet der Bauausschuss der Stadt Gerolstein, welcher Künstler den Zuschlag erhält. Bisher gibt es noch keinen Favoriten, aber einen vierten Vorschlag im Internet.

Diesen Brunnen haben Andy Stritzke und Thomas Regnery entworfen, weil ihnen die bisherigen Modelle nicht zusagten. Foto: privat.

Gerolstein. Nachdem die drei Modelle der Künstler Werner Bitzigeio, Hubert Kruft und Christoph Mancke für den künftigen Brunnen am Rondellvorplatz in Gerolstein eine Woche in der Touristinfo ausgestellt waren, und die Bürger ihre Stimme abgeben konnten, soll heute Abend die Entscheidung fallen. Das wird keine leichte Aufgabe für den Bauausschuss, denn egal, welcher Künstler den Auftrag bekommt, es wird Enttäuschte geben. Ein Trend zu einem bestimmten Modell lasse sich noch nicht erkennen, sagt Stadtbürgermeister Bernd May. Das liegt daran, dass erst heute Vormittag die Abstimmung ausgezählt wird. Etwa 20 Menschen haben per E-Mail abgestimmt, und zwischen 100 und 150 haben ihre Stimmen bei der Touristinfo abgegeben.
Kein Trend erkennbar
Insgesamt sehen die Gerolsteiner es als sehr positiv an, dass sie nach ihrer Meinung gefragt werden. So auch Richard Monix, der mit einer Bekannten vor der Tourist-Info steht und die Vorschläge der Künstler genau betrachtet. Später wird er einen der weißen Zettelchen ausfüllen, seinen Namen angeben und seinen Favoriten kenntlich machen. Doch noch hat er Zweifel, fragt sich, ob die sechs Meter hohen Metallstäbe von Hubert Krufts Modell nicht doch zu wuchtig sind. Nach etwa zehn Minuten hat er sein Urteil gebildet. Er glaubt, dass sich das Modell von Kruft am besten in die Umgebung einfügen wird.
Doch manch einer der Einwohner kann sich mit keinem der Modelle richtig anfreunden (siehe Umfrage).
Viertes Modell im Internet
Dazu gehören auch Andy Stritzke und Thomas Regnery. Die beiden Gerolsteiner haben im Internet bei den Portalen Wer-kennt-Wen und bei Facebook einen vierten Vorschlag zur Wahl gestellt. Stritzke und Regnery haben einen Entwurf konzipiert, der den Auberg nachstellt. Dieser Vorschlag sei bürgernäher, kostengünstiger und habe einen direkten Bezug zu Gerolstein, so Regnery. Innerhalb von sieben Tagen haben nach Regnerys Angaben von 172 Menschen 143 für Vorschlag Nummer vier gestimmt. Auch der Stadtbürgermeister kennt ihn. "Wir werden darüber sprechen. Nach jetzigem Stand gehe ich davon aus, dass er nicht bewertet werden kann", sagte May.
Der neue Brunnen soll den alten aus Sandstein ersetzen, weil er marode war. Bereits im Vorfeld hatten die Entwürfe für Ärger gesorgt: Der Künstler Ulrich Henn, der die Figur "Mutter und Kind" für den alten Brunnen am Rondellvorplatz geschaffen hat, habe nach eigener Aussage erst aus der Zeitung erfahren, dass seine Figuren abgebaut worden seien. Ebenso sei ihm nicht bekannt gewesen, dass sie in den neuen Brunnen integriert werden sollen. Dies führte zu einem belasteten Verhältnis zwischen Ulrich Henn und den Verantwortlichen der Stadt Gerolstein.
Die Entscheidung des heutigen Abends bleibt somit spannend. Auch deswegen, weil sie, nach Mays Worten, das Gesicht der Stadt Gerolstein für die nächsten 20 Jahre entscheidend prägen wird."Ich bin für Vorschlag Nummer vier, den ich im Internet gesehen habe. Die drei bisherigen Modelle aber gefallen mir nicht. Der vierte Vorschlag repräsentiert unsere Region, und er passt hier rein. Ich hoffe, dass die Bürger gehört und in dieser Sachen nicht übergangen werden." "Das Modell von Herrn Kruft ist das beste, aber alle drei gefallen mir nicht hundertprozentig. Der Brunnen müsste heimatverbundener sein. Ein Naturstein über den Wasser läuft, würde mir gefallen." "Der mit den bunten Rohren gefällt mir (Modell Bitzigeio). In Paris hat unsere Tochter einen Ähnlichen gesehen, der super aussah. Ich bin gegen das Modell mit dem Sand (Modell Kruft). In den Sand würden bestimmt Hunde und Katzen reingehen und das würde." "Ich bin dafür, dass man einen Brunnen nach dem alten Modell baut. Auch die Figuren sollten wieder integriert werden. Die drei Vorschläge sind zu modern." (jur)/TV-Fotos: Juliane Renk