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Rosen für die gute Seele

Rosen für die gute Seele

GEROLSTEIN. Große Freude in der Jugendherberge in Gerolstein: Leiterin Elke Heitmann ist seit 30 Jahren dabei. Sie hat in dieser Zeit viele Menschen kennen gelernt und so manches erlebt.

Es ist kaum vorstellbar, dass eine Frau wie Elke Heitmann mit einer Horde wild gewordener Schüler zurecht kommt: Die 45-Jährige spricht weder auffällig laut, noch mit einem Befehlston, sondern wirkt beinahe ein wenig schüchtern. Und doch strahlt sie Durchsetzungsvermögen aus.Familienleben kommt manchmal zu kurz

Auf die Frage, wie sie denn nun mit wilden oder aufbrausenden Schülern klar komme, sagt sie nur: "Ich arbeite einfach gerne mit Jugendlichen." Nachteil dieser Arbeit, die nicht um Punkt sieben anfängt und um Punkt 17 Uhr beendet ist wie manch anderer Job, sei es dafür aber auch, dass das "Familienleben manchmal zu kurz kommt", erzählt die verheiratete Mutter dreier Kindern. Und auch im Job habe es immer mal wieder kleine Tiefs gegeben, überwogen hätten aber die schönen Ereignisse. Beispielsweise, als vor etwa 20 Jahren eine Gruppe Jugendlicher die Herberge für ein Wochenende besucht habe. Zufällig sei an diesem Wochenende Muttertag gewesen, und jeder Einzelne der Gruppe habe ihr eine Rose überreicht. "Solche Ereignisse gehen mir dann doch ganz nah", verrät Elke Heitmann und gibt ein weiteres Geheimnis preis: "Ich freue mich immer wieder über den Besuch unserer Stammkunden." So kommen Leichtathleten aus Euskirchen dieses Jahr zum elften Mal, sowie auch die acht bis zehn Kinder aus einem Kinderheim mit ihrer Ordensschwester. Mit 16 Jahren begann Elke Heitmann ihre Ausbildung im Fach Hauswirtschaft in der Jugendherberge Gerolstein. Nachdem sie nach ihrer Lehre übernommen wurde, machte sie die Meisterprüfung im Fach Hauswirtschaft. 1993 übernahm sie zusammen mit ihrem Mann Dieter die Jugendherberge von ihren Schwiegereltern, seit 2001 leitet sie das Haus alleine. Zur Zeit steckt die Jugendherberge im Umbau, was für Elke Heitmann zusätzliche Arbeit und Stress bedeutet. Denn trotz Lärm und Dreck muss der Betrieb ja weiter gehen. So wird der Anmeldebereich völlig erneuert, zudem entsteht ein neues Bistro. Überhaupt hat sich im Lauf der Zeit viele im Haus verändert. Elke Heitmann: "Früher gab es nur Zimmer mit vier oder sechs Betten und einer Waschgelegenheit, jetzt werden die Zimmer mit Dusche und WC ausgestattet." Darüber hinaus würden zwei neue Zimmer für Familien umgebaut. Diese erhalten dann ein Doppel- und ein Etagenbett. Neuerungen, die auch sie freuen, da dadurch das Angebot für neue Kundengruppen interessanter gestaltet wird. "Es gibt da aber auch eine Kleinigkeit, die mich stört", sagt Elke Heitmann. Die alten Wegweiser zur Jugendherberge wurden entfernt und durch kleine Zeichen auf neuen Tafeln ersetzt. Elke Heitmann: "Diese Zeichen werden von vielen Gästen nicht in Zusammenhang mit der Jugendherberge gebracht." Die Stadt wolle aber in absehbarer Zeit eine farbige Route zur Jugendherberge einführen. Zufrieden ist Elke Heitmann hingegen mit der jüngsten Bilanz: 24 038 Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr in der Jugendherberge Gerolstein gezählt. Besucher waren vor allem Musikvereine oder Tanzgruppen, Familien und Schulklassen.