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Rückenwind fürs Mountainbike-Mekka

Rückenwind fürs Mountainbike-Mekka

Endspurt: Morgen wird entschieden, wer die nächsten drei Jahre den Trailpark Vulkaneifel, der jährlich Zehntausende Mountainbiker anzieht, betreibt und vermarktet. Die TW Gerolsteiner Land als bisherige Betreiberin, deren Vertrag nicht verlängert wurde, hat sich beworben. Ebenso der Organisator des Vulkanbike-Marathons, Markus Appelmann.

Daun/Gerolstein. Wie kann der inzwischen zehn Jahre alte Trailpark Vulkaneifel aufgepeppt werden, damit er weiterhin eine der Top-Adressen für Mountainbiker in Deutschland bleibt? Diese Frage steht im Mittelpunkt, wenn morgen der Auftrag für den Betrieb und die Vermarktung der Freizeiteinrichtung für die nächsten drei Jahre neu vergeben wird. Oder anders formuliert: Wie kann nicht nur verhindert werden, dass Gäste verloren gehen, sondern auch neue hinzugewonnen werden?
Denn es ist in Radlerkreisen kein Geheimnis, dass das Crossradeln in der Vulkaneieifel wegen der vielen Höhenmeter und rasanten Abfahrten sowie der einzigartigen Vulkanlandschaft zwar nach wie vor ein besonderes Erlebnis ist. Es ist aber ebenso Fakt, dass viele Mountainbiker lieber auf verschlungenen Pfaden denn auf breiten Feldwegen fahren - und die machen in der Vulkaneifel nunmal einen Großteil des zehn Jahre alten Streckennetzes aus.
Zudem streben andere Bikeregionen in gar nicht mal so großer Entfernung vehement auf. Zwei Beispiele: Der Pfälzer Wald wirbt inzwischen mit 900 Kilometern ausgeschilderter Strecke - und hätte demnach der Vulkaneifel mit 750 Kilometern bereits den Rang der größten MTB-Region Deutschlands abgelaufen. Vier spezielle Technikparcours locken zudem.
Demgegenüber kann die Vulkaneifel nach wie vor "nur" mit dem Technik-Areal "Koulshore" bei Trittscheid aufwarten, wo seit Jahren zwar weitere Attraktionen geplant, aber noch nicht gebaut sind.
Im Idarwald im Nationalpark Hunsrück-Hochwald, rund eine Autostunde von Daun entfernt, wird mit Hochdruck an einem modernen MTB-Park gearbeitet - mit mehrere Abfahrtspisten in verschiedenen Schwierigkeitsstufen sowie einer (bestehenden) Liftanlage. Gerade bei ganz jungen Mountainbikern kommt dies gut an. Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun und Vertreter des größten Anteilseigners des Trailparks Vulkaneifel (siehe Extra), nannte als Ziel der Neuausschreibung: "Es ist an der Zeit, dass wir noch mal auf den Trailpark schauen, um zu sehen: Ist da noch eine Entwicklung möglich? Schließlich wollen wir eine der bedeutendsten Mountainbike-Regionen bleiben."
Nach Auskunft aus der Dauner Verwaltung haben sich vier Anbieter an der Ausschreibung beteiligt. Die Jury- und Vergabesitzung, an der die Bürgermeister der beteiligten Verbandsgemeinden teilnehmen, ist am Donnerstag, 24. November, "sodass noch in diesem Jahr der Auftrag für die Vermarktung und für das Infrastrukturmanagement des Vulkanbike Trailparks vergeben werden kann", hieß es.
Gerolstein hat sich beworben


Beworben hat sich unter anderem die Tourismus- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (TW) Gerolsteiner Land. Sie hatte den Trailpark die vergangenen drei Jahre vermarktet. Im Sommer war ihr Vertrag, der am Jahresende ausläuft, aber nicht mehr verlängert worden. TW-Geschäftsführer Hans-Peter Böffgen sagt zur neuerlichen Bewerbung: "Ja - wir haben uns mit einem eigenen Angebot an der öffentlichen Ausschreibung der VG Daun beteiligt, weil wir uns in die Weiterentwicklung des Trailparks Vulkaneifel gerne weiterhin aktiv einbringen möchten. Ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis."
Auch die Firma Inmedia von Markus Appelmann, die seit vier Jahren das Vulkanbike-Marathon-Wochenende Anfang September in Daun organisiert und veranstaltet, zu dem stets zwischen 1000 und 1500 Sportler kamen, hat sich beworben. Appelmann begründet dies so: "Der Vulkanbike ist eine große Werbeveranstaltung für den Trailpark - und umgekehrt. Wir haben uns beworben, da wir glauben, dass es sehr viele Synergie-Effekte zwischen Vulkanbike und Trailpark gibt. Wir haben ein stimmiges Konzept abgegeben mit vielen Ideen." Und da andere Bikeregionen immer stärker würden, hält er es für wichtig "wieder Fahrt aufzunehmen". Diese Ansicht habe er bereits bei der Vergabe vor vier Jahren vertreten, wo seine Firma nicht zum Zug kam. Er hoffe daher, dass sich dies diesmal ändere.Extra

Entsprechend der Streckenlänge auf dem jeweiligen Gebiet ist auch der Kostenanteil der beteiligten Projektpartner am Trailpark Vulkaneifel aufgeteilt. VG Daun 49,64 Prozent; VG Gerolstein 5,36 Prozent; VG Kelberg 16,37 Prozent; VG Wittlich-Land (ehemals VG Manderscheid) 17,30 Prozent; VG Ulmen 11,33 Prozent. mh