Ruhender Pol in der Gemeinschaft
Für zahlreiche Gerolsteiner ist der Name Sr. Waldfrieda immer noch ein Begriff. War sie doch 54 Jahre lang im Gerolsteiner St.- Elisabeth-Krankenhaus als leitende Schwester auf der Männerstation tätig und überaus beliebt.
Gerolstein. (red) Schwester M. Waldfrieda (Foto: privat) wurde am 3. Dezember 1911 als Barbara Brücker geboren und trat am 25. März 1933 dem Orden der Franziskanerinnen von Waldbreitbach bei. Nach der Noviziats- und Krankenpflegeausbildung lebte und wirkte Schwester Waldfrieda von 1937 bis 1944 in Bonn. Dann kam sie nach Gerolstein. Die Gerolsteinerin Agens Mertes erinnert sich gerne: "Schwester Waldfrieda hat während der Kriegs- und Nachkriegsjahre gemeinsam mit dem Chirurgen Hans Luy im Gerolsteiner Kankenhaus auf der damaligen Männerstation gearbeitet und dort viel Gutes getan." Die Ordensschwester war bekannt für ihre große Hingabe und innere Autorität, aber auch für ihre den Menschen zugewandte frohe Art und ihre spürbare Gottverbundenheit. Sie war weit über die Grenzen der Stadt bekannt. So wurde ihr 1976 für besondere soziale Verdienste die Staatsmedaille vom Land Rheinland-Pfalz überreicht. Als Dank für ihr aufopferndes Wesen benannte die Stadt Gerolstein auf Antrag des Seniorenbeirates einen Saal in dem Seniorenheim St. Josef auf den Namen "Waldfrieda-Saal". Ihren Ruhestand verbrachte die beliebte Ordensschwester seit 1998 in Waldbreitbach und lebte dort in der Gruppe "Gabriel, St. Marienhaus". Auch in dieser Gemeinschaft wurde sie schnell zu einem ruhigen Pol und ermutigte immer wieder zu hingebendem Gebet und Dankbarkeit für die vielen kleinen Aufmerksamkeiten mitten im Alltagsleben. In den letzten Jahren nahm ihr Hör- und Sehvermögen ab. Dennoch - über Besuche aus ihrer alten Heimat Gerolstein freute sie sich immer wieder. Und daher erweckte auch ein Wiedersehen mit Hans Esten und Agnes Mertes vom Elisabeth-Krankenhaus in ihr viele Erinnerungen, und sie freute sich riesig, in der Gruppe der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Krankenhauses, die sie vor gut eineinhalb Jahren besuchte, viele Bekannte zu treffen. Am 27. Dezember ist sie gestorben.