RWE-Tochter Innogy verwirft den Plan, im Industriegebiet in Daun-Rengen eine Fotovoltaik-Anlage zu bauen.

Wirtschaft : Aus für Sonnenstrom aus Rengen

RWE-Tochter Innogy verwirft den Plan, im Industriegebiet eine Fotovoltaik-Anlage zu bauen.

(sts) Ausgeglichener Haushalt?  Das würde die Stadt Daun gern erreichen, aber schon seit den frühen 1990er Jahren gibt sie in der Regel mehr aus, als sie einnimmt. Die Folge: ein Schuldenberg von mittlerweile mehr als 20 Millionen Euro. Kein Wunder, dass die Verantwortlichen in der Kreisstadt  ein Ohr haben (müssen) für Vorschläge, wie man an mehr Einnahmen kommen könnte. Einen solchen Vorschlag hat die Firma Innogy, Tochtergesellschaft des Energiekonzerns RWE, der Stadt im vergangenen Jahr unterbreitet: den Bau einer sogenannten Freiflächen-Fotovoltaikanlage im Industriegebiet Pützborn, gegenüber der Halle der Firma Getränke Scheid. Dort hätten rund 3400 Solar-Module auf 1,2 Hektar (etwa das Anderthalbfache eines Sportplatzes), Platz gehabt, im Vergleich zur Fotovoltaikanlage im Industriegebiet Gillenfeld/Ellscheid mit gut zehn Hektar eine relativ kleine Fläche. Sie ist aber für Innogy interessant, weil solche Anlagen nur noch eine Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz bekommen, wenn sie erfolgreich an Ausschreibungen teilnehmen. Ausgenommen sind Anlagen mit einer Leistung bis 750 Kilowattpeak, wie sie in Daun entstehen könnte.

Die RWE-Tochter hatte angeboten, die der Stadt gehörende Fläche zu pachten. Einnahme: 2500 Euro jährlich. Weitere Option: Die Stadt beteiligt sich mit 475 000 Euro mit knapp 75 Prozent an der Anlage. Einer Modellrechnung von Innogy zufolge hätte die Stadt bei einer Anlagenlaufzeit von 20 Jahren mit einem Ertrag von 130 000 Euro rechnen können.

Da die Stadt aber die als Gewerbegebiet ausgewiesenen Flächen zwischen Pützborn und Neunkirchen für mögliche Ansiedlungen vorhalten möchte, wurde Innogy ein alternativer Standort angeboten: im Industriegebiet Rengen, direkt an der Lieser. Für andere Nutzungen ist das Areal nicht ohne weiteres geeignet, vor allem wegen der Überschwemmungsgefahr.

Innogy hat den Standort prüfen lassen. Ergebnis: „Mit den Prognosen der Struktur- und Genehmigungsdirektion Koblenz für ein Jahrhundertwasser in diesem Bereich sind Auflagen verbunden, die es uns leider nicht möglich machen, eine Anlage in Rengen wirtschaftlich zu betreiben“, sagt Thomas Hau, Kommunalbetreuer bei der RWE-Tochter.  Ganz vom Tisch ist das Thema Fotovoltaik-Anlage aber aber nicht: „Wir machen uns auf der Suche nach anderen Standorten.“

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