Sandra Jungen aus Gillenfeld tritt bei der Frankfurter Buchmesse auf

Bildung : Eine Botschaft, die nie verklingen darf

Sandra Jungen aus Gillenfeld schreibt Romane und Kurzgeschichten und verdankt der Entwicklung von Unterrichtsmaterialien einen Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse.

Am Stand des Rhein-Mosel-Verlags (RMV) war Sandra Jungen auf der Frankfurter Buchmesse schon in den beiden Vorjahren vertreten. Ihr Debütroman „Hanna – Kriegsjahre einer Krankenschwester“ ist im RMV erschienen und auch die Anthologie „Lichter im Advent“ mit einer Kurzgeschichte der 44-jährigen gelernten Fotografin und Familienfrau mit zwei erwachsenen Kindern. „Doch heute wird es richtig ernst, und ich habe Lampenfieber“, sagt sie dem Trierischen Volksfreund auf dem Weg nach Frankfurt. Denn sie hat gemeinsam mit Marion Bischoff aus Clausen in der Westpfalz, die ebenfalls als Autorin im RMV verlegt wird, einen halbstündigen öffentlichen Auftritt auf der Veranstaltungsbühne des rheinland-pfälzischen Verlag-Karrees.

Sandra Jungens Roman „Hanna“ und Marion Bischoffs Romane „Heidelbeerkind“ und „Heidelbeerfrau“ haben mit dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit historischen Inhalt. „Und eine Botschaft, die nie verklingen darf“, betont RMV-Chef Arne Houben, als er den Auftritt der beiden Autorinnen anmoderiert. Nur wer Vergangenheit verstehe, könne Zukunft gestalten, erklärt er. Dazu leisteten Jungen und Bischoff nun ihren Beitrag. Denn nachdem ihre Romane auf die Lektüreliste der rheinland-pfälzischen Schulen gesetzt worden seien, hätten sie Unterrichtsmaterialien und Schülerworkshops entwickelt; außerdem organisierten sie Lesungen und Autorenbegegnungen.

Im Gespräch über ihre Bücher und anhand ausgewählter Textpassagen geben Sandra Jungen und Marion Bischoff dem Publikum einen Einblick in die Handlung ihrer Werke. Ihr Anliegen: „Wir möchten Jugendliche und junge Erwachsene über das Lesen hinaus zu differenziertem und demokratischem Denken anregen.“ Dabei stünden an erster Stelle die Schicksale der Opfer, denn sie dürften niemals in Vergessenheit geraten. Aber um aus der Geschichte zu lernen, sei auch eine Beleuchtung der Täterseite wichtig. Und: „Wir spannen den Bogen in die heutige Zeit.“ Die Unterrichtsmaterialien könnten fächer-, klassen- und jahrgangsübergreifend ab dem achten Schuljahr sowie in der Jugendarbeit eingesetzt werden, erklären sie.

Autorinnen wie Sandra Jungen und Marion Bischoff seien für seinen Verlag „ein doppeltes Glück“. Mit diesen Worten von Arne Houben endet der Auftritt der beiden. Der Verlagsleiter erklärt noch, dass ihre Romane eine Bereicherung seines Verlagsrepertoires darstellten und dass nun Materialien für einen lebendigen Geschichtsunterricht mit Nachhaltigkeit vorlägen.

Dann ist alle Aufregung vergessen, das Lampenfieber verschwunden, die Erleichterung über den gelungenen, souveränen Auftritt groß. Und Zeit für einen persönlichen Rundgang über die Buchmesse. Den beginnt Sandra Jungen am Nachbarstand: bei Sven Nieder aus Daun, Inhaber des Eifelbild- und Fotoforum-Verlags. Wo just in dem Moment Jürgen Bluhm das Buch „Schokolade – Das Geheimnis vom Glück“ vorstellt und Maracuja-Eis mit heißer Schokolade serviert wird. So vielfältig ist die Literaturlandschaft in der Eifel.

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Gesellschafter Björn Pollmeyer (links) und Sven Nieder auf dem Gemeinschaftsstand mit dem fotoforum Verlag. Nieder ist auf der Buchmesse mit seinen Verlagen vertreten. Foto: TV/Martin Breutmann

Der „Workshop Geschichte“ bietet unter dem Titel „Historische Romane als Schullektüre“ Unterrichtsmaterialien, Schülerworkshops, Lesungen und Autorenbegegnungen. Kontakt und Info: www.sandra-jungen.de und www.marionbischoff.de sowie www.workshop-geschichte.de

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