Denkmal : Wird die Burgsanierung teurer?

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz stellt zwei Millionen Euro in Aussicht, doch die Stadt Mayen hatte auf das Doppelte gehofft.

Die Generalsanierung der Genovevaburg könnte für die Stadt Mayen teurer werden als ursprünglich gedacht. In einem Schreiben stellt Innenminister Roger Lewentz der Stadt zwar eine Förderung von bis zu zwei Millionen Euro in Aussicht. Das ist jedoch nur knapp die Hälfte von dem, was sich die Stadt eigentlich vom Land erhofft hatte. Mayens Oberbürgermeister Wolfgang Treis kann dem Schreiben des Innenministers dennoch etwas Positives abgewinnen.

Die Sanierung der Burg zu finanzieren, ist eine Herkulesaufgabe. Wegen statischer Mängel sind umfangreiche Arbeiten erforderlich. In einzelnen Bauabschnitten soll bis zum Jahr 2027 an der Burg gearbeitet werden. Die Gesamtkosten sind mit 13,5 Millionen Euro veranschlagt. Die Hälfte davon – 6,75 Millionen Euro – trägt der Bund. Die andere Hälfte geht zulasten der Stadt Mayen, die jedoch mit Zuschüssen des Landes rechnen kann.

Ursprünglich war die Stadt dabei von einer Förderung in Höhe von 60 Prozent ausgegangen – so wie sie bei früheren Vorhaben bereits gewährt wurde. Das wären 4,05 Millionen Euro gewesen. Nach dem Schreiben des Innenministers steht nun allerdings erst einmal die Summe von zwei Millionen Euro im Raum. Der Kostenanteil der Stadt Mayen würde sich dadurch von 2,7 auf 4,75 Millionen Euro erhöhen. Wolfgang Treis ist wichtig zu betonen, dass die ursprünglich angestrebte Förderung von 60 Prozent in jedem Jahr neu hätte beantragt werden müssen – bei jeweils unklaren Erfolgsaussichten. Ob also tatsächlich die vollen 4,05 Millionen Euro vom Land gekommen wären, ist aus seiner Sicht ein Stück weit Spekulation. Nun jedoch habe Innenminister Lewentz bis zu zwei Millionen Euro für die Gesamtmaßnahme in Aussicht gestellt. „Damit können wir planen“, glaubt Treis. „Eigentlich sind wir jetzt einen Schritt weiter als vorher.“

Zumal der Innenminister eine zusätzliche Förderung nicht gänzlich ausschließt. „Ob eine weitere Unterstützung der Stadt Mayen bei der Durchführung der Maßnahme infrage kommt, werde ich zu gegebener Zeit prüfen“, kündigt Lewentz in seinem Schreiben an OB Treis an. Es könnten also doch mehr als zwei  Millionen Euro aus Mainz nach Mayen fließen, „auch wenn wir dafür vielleicht etwas mehr kämpfen müssen“, sagt Treis.

Aber was, wenn nicht? Muss Mayen dann auf anderen Investitionen verzichten? OB Treis sieht das kritisch. „Was wir an Investitionen vornehmen, liegt jetzt schon am Minimum.“ Als größere Vorhaben nennt Treis die geplante Verlagerung des Betriebshofs, den Kindergartenneubau in der Weiersbach, den Neubau des Feuerwehrhauses in Hausen und den Umbau des Feuerwehrdepots in der Kernstadt. „Da müssen wir an der Notwendigkeit nicht zweifeln“, sagt der Oberbürgermeister. „Ich sehe nicht, dass sich da etwas aufschieben lässt.“

Und auch an der Sanierung der Genovevaburg führt kein Weg vorbei. „Das hat höchste Priorität“, sagt Treis. Weil das Gebäude in einem schlechten Zustand ist, wurden die oberen Stockwerke bereits gesperrt. „Wenn man mit so einem Sicherheitsrisiko konfrontiert ist, dann muss man handeln. Sonst müssen wir irgendwann den Schlüssel rumdrehen und die Burg komplett absperren.“

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