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Sanierung der Stadtmauer wird günstiger

Sanierung der Stadtmauer wird günstiger

Die Sanierung des Wehrgangs der Hillesheimer Stadtmauer wird deutlich günstiger als kalkuliert. Das haben Ausschreibung und Vergabe ergeben.

Hillesheim. Während für die Sanierung des Wehrgangs der historischen Stadtmauer ursprünglich mit Kosten von rund 65 000 Euro gerechnet worden war, wird die Maßnahme letztlich nur mit 38 000 Euro zu Buche schlagen. Zwar verringert sich auch der 60-prozentige Landeszuschuss von 39 000 Euro auf 22 800 Euro. Dennoch reduziert sich unter dem Strich der Eigenanteil der Stadt Hillesheim immer noch erheblich: um 10 800 Euro auf 15 200 Euro.
Geplant ist, den maroden hölzernen Wehrgang durch ein wesentlich filigraneres Geländer samt Treppen und Podest aus Metall zu ersetzen. Den Auftrag für die Schlosserarbeiten hat die Firma WB Metall-Design aus Lissendorf zum Angebotspreis von gut 30 000 Euro erhalten.
Der Gerüstbau schlägt mit knapp 5000 Euro, das Setzen von Spezialbefestigungsankern durch eine Fachfirma mit weiteren 3000 Euro zu Buche. Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU) zeigte sich erfreut über das gute Ausschreibungsergebnis und kündigte an: "Die Aufträge gehen sofort raus, die Arbeiten sollen noch dieses Jahr über die Bühne gehen."

2009/2010 hat die Stadt komplett mit eigenen Mitteln für rund 12 000 Euro den Wehrgang an der Westmauer ersetzt. 68 Meter Metallgeländer sorgen für die Sicherheit der Besucher.
Nun soll der zweite Bauabschnitt folgen. Der ist aber aufwendiger, denn die Südmauer ist - vom Innenbereich gerechnet - mit zwölf Metern wesentlich höher, der Wehrgang ist freihängend und umfasst zudem Podeste und einen Treppenaufgang zum Eckturm, im Volksmund als Hexenturm bekannt. Insgesamt werden rund 80 Meter Geländer ersetzt.
Die Hillesheimer Stadtmauer stammt aus dem 13. Jahrhundert. Ein großer Teil der Anlage ist noch erhalten und, wenn nicht wegen Bauarbeiten gesperrt, über den wiedererrichteten Wehrgang zu begehen. Von der Stadtmauer aus hat man einen schönen Blick über den Ort und das Kylltal. Die Franzosen sprengten 1689 die Befestigungen und zerstörten Hillesheim. Nach dem Wiederaufbau zerstörte 1705 die englische Armee erneut die Stadt. Es dauerte einige Jahrhunderte, bis aus den Resten die heute zu besichtigende Stadtmauer mit einigen Türmen wieder instand gesetzt wurde. mh