Politik: Sansibar-Koalition in der Vulkaneifel

Politik : Sansibar-Koalition in der Vulkaneifel

CDU, FWG und Grüne unterstützen CDU-Bürgermeisterkandidat Gerald Schmitz im Wahlkampf und wollen künftig im VG-Rat Gerolstein zusammenarbeiten.

Blau-schwarz-grün sind die Farben der Flagge von Sansibar, eine Inselgruppe vor der Küste Ostafrikas. Blau-schwarz-grün ist seit Freitagabend erstmals auch in der politischen Landschaft der Vulkaneifel präsent: Denn die Spitzen von FWG, CDU und Grünen haben in Hillesheim überraschend ihre Koalition im Rat der neuen Verbandsgemeinde Gerolstein verkündet. Ihr primäres Augenmerk liegt aber auf dem aktuellen Bürgermeisterwahlkampf, wo das Dreierbündnis angekündigt hat, den CDU-Kandidaten Gerald Schmitz zu unterstützen. Zwischen ihm und dem parteilosen Kandidaten Hans Peter Böffgen (siehe Info), der von der SPD unterstützt wird, entscheidet sich am Sonntag, 4. November, wer Bürgermeister der neuen VG Gerolstein wird. Im ersten Durchgang mit fünf Bewerbern hatte Böffgen leicht vor Schmitz die Nase vorne.

CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Klaus Schildgen (CDU) erläuterte, wie es zum Zusammenschluss kam: „Wir haben nach dem ersten Wahldurchgang überlegt, wie wir Gerald Schmitz zum Ziel führen können und daher sofort das Gespräch mit der FWG und den Grünen gesucht. Dabei haben wir viele Gemeinsamkeiten festgestellt – vor allem unseren Willen, die neue VG Gerolstein zu gestalten. Und das ist mit unserer stabilen Mehrheit möglich.“ Das Bündnis aus CDU (14 Sitze), FWG (9 Sitze) und Grünen (5 Sitze) hat mit 28 Sitzen im künftigen, 40-köpfigen Rat der Verbandsgemeinde eine deutliche Mehrheit.

FWG-Vorsitzende Karin Pinn sagte zum Zusammenschluss: „Wir waren ja auch die drei Gruppen, die die Fusion wollten und maßgeblich vorangetrieben haben. Nun wollen wir zusammen mit Stärke und Kraft und eben auch einer verlässlichen Mehrheit die neue VG in die Zukunft führen.“ Zudem begründete sie, weshalb sich die FWG nun auf die Seite des CDU-Kandidaten geschlagen hat. Denn sie war ja ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten angetreten und hatte zunächst auch keinen der anderen Kandidaten offiziell unterstützt. Pinn sagte: „Wir haben Gerald Schmitz als engagierten Kämpfer kennengelernt und sind überzeugt, dass es ihm als unbefangenem Kandidaten von außen gelingen wird, die alten Gräben zwischen den drei Verbandsgemeinden zu überwinden und die politischen Gruppierungen sowie die Regionen innerhalb der VG zusammenzuführen.“

Weshalb auch – für viele überraschend – die Grünen dem Bündnis beigetreten sind, erklärte Tim Steen: „Wir haben ein gutes Ergebnis für den VG-Rat erzielt und wollen nun auch gestaltend mitwirken. Und dies ist die Konstellation, in der es möglich ist.“ Außerdem sehe er etliche Gemeinsamkeiten und die Möglichkeit, viele grüne Ziele zu verwirklichen. Beispiele dafür wollte er aktuell aber nicht nennen. Er, der jahrelang mit Anträgen im Stadt- und VG-Rat Gerolstein an CDU-Mehrheiten gescheitert ist, meinte: „Es gibt auch auf Seiten der CDU viele Leute, mit denen man arbeiten kann.“

CDU-Bürgermeisterkandidat Gerald Schmitz freute sich erwartungsgemäß über die breite Rückendeckung. Er sagte: „Wenn ich Bürgermeister werde, kann ich auf eine große, solide Basis setzen, mit der wir gestalten können. Die Wahl muss ich aber erst noch gewinnen.“ Dietmar Johnen, unterlegener Grünen-Bürgermeisterkandidat, meinte: „Wir wollen gestalten. Und deswegen empfehle ich allen meinen Wählern, nun Gerald Schmitz zu unterstützen.“

Auf die Frage, ob künftig Tim Steen oder Dietmar Johnen Dritter Beigeordneter der VG Gerolstein wird, sagte CDU-Chef Schildgen nur knapp: „Über Beigeordnete haben wir noch nicht gesprochen.“ Und auf die Frage, wie sich die FWG verhalte, wenn Hans Peter Böffgen Bürgermeister wird, sagte Karin Pinn: „Wir werden die demokratische Entscheidung der Wähler akzeptieren und werden natürlich auch mit Hans Peter Böffgen die VG voranbringen. Von uns wird es keine Blockadepolitik geben.“ Sie sei aber davon überzeugt, dass Gerald Schmitz Bürgermeister wird.

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