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Aus dem Archiv (Juli 2019): Schafe im Dienst des Naturschutzes

Aus dem Archiv (Juli 2019) : Schafe im Dienst des Naturschutzes

Einsatz für die Natur: Mario Jehnen kümmert sich mit seiner Schafherde um die Beweidung von Flächen am Schalkenmehrener Maar.

Vielen Wanderern und Spaziergängern bietet sich oft ein besonderes Bild an den Hängen des Schalkenmehrener Maares, wenn dort ein Schäfer mit seiner Herde und Hunden zu sehen ist. Die Woll-Lieferanten sind in der Regel so mit dem Fressen beschäftigt, dass sie sich kaum stören lassen.

Mit Schäfer-Romantik hat der Einsatz der Vierbeiner allerdings wenig zu tun, sondern die Beweidung der Hänge und Wiesen ist als wichtiger Bestandteil der Pflege der Maarlandschaft gedacht.

Warum ist das wichtig? Der Biotopbetreuer für den Landkreis Vulkaneifel, der aus Mehren stammende und in Birgel wohnende Gerd Ostermann, der eng mit Schäfer Mario Jehnen am Schalkenmehrener Maar zusammenarbeitet, nennt einige Gründe für die Beweidung.

„Die Offenhaltung der Maarlandschaft als historische Kulturlandschaft und das Zurückdrängen von Verbuschungen wird dadurch gewährleistet. Es wird Wert auf die Erhaltung von Magerweiden und Magerrasen gelegt. Auch die Offenhaltung der alten und zahlreichen neuen Streuobstwiesen wird so erreicht“, erklärt Ostermann.

Zudem  komme es zur Verhinderung von Lagerplätzen und Liegewiesen als illegale Badestellen zwischen unterem Maarweg und Maarufer.

Und wie sieht Schalkenmehrens Ortsbürgermeister Peter Hartogh die Situation der Maarbeweidung und die Situation am Maar?

Er erklärt: „Die Beweidung durch die Schafe sollte noch weiter ausgedehnt werden. Die Privatbesitzer einiger Flächen wollen auch eine Beweidung auf ihren Wiesenstücken zulassen. Leider schaffen es uneinsichtige Maarbesucher trotz Natur- und Verbotsschildern, sich im Naturschutzgebiet niederzulassen und von dort im Maar zu baden. Sie schrecken auch davor nicht zurück, ihre unangeleinten Hunde ins illegale Badevergnügen mitzunehmen.“

Diese Beweidung sei ein geeignetes Mittel, auch, um die naturbelassenen Uferwiesen zu erhalten. Auch eine bessere Zusammenarbeit mit dem sehr kooperativen Angelverein und den zuständigen Aufsichtsbehörden werde dem zukünftigen Schutz des Naturschutzgebiets dienen.

Verantwortlich für die Beweidung ist „Hobbyschäfer“ Mario Jehnen aus Daun, im Hauptberuf Lehrer. Er ist Nachfolger von Schäfer Berthold Neukirch aus Gillenfeld, der sich viele Jahre um den Erhalt der Flora im Schalkenmehrener Maarkessel gekümmert hat.

Jehnens Onkel Rudi Luzarek, der Landwirt, Forstwirt und Schäfer ist, gibt Jehnen fachliche Unterstützung und hat ihn quasi „angesteckt“, extensive Schafbeweidung zu praktizieren und dafür zu sorgen, dass seine 65 Mutterschafe mit ihren Lämmern von Mitte Mai bis Ende Oktober Schatten und Ruhe haben.

Die Tiere werden in einer mobilen Koppel gehalten und weiden auf Flächen, die nicht gemäht werden. Aufmerksame Helfer sind die Hütehunde Paul und Nala. „Die Zusammenarbeit mit dem Ortsbürgermeister ist vorbildlich“, freut sich Jehnen.