Schalkenmehrener Eifelverein feiert Jubiläum

Schalkenmehrener Eifelverein feiert Jubiläum

Aus Anlass des 90-jährigen Jubiläums des Eifelvereins in Schalkenmehren erlebten Eifeler Gäste eine historische Dorfführung. Diese Strecke soll künftig in das Standardprogramm der Ortsgruppe aufgenommen werden.

Schalkenmehren. 1287 erstmals urkundlich erwähnt, verfügt Schalkenmehren noch über einen malerischen alten Dorfkern mit Bildstöcken, Brunnen, Denkmälern, schmückenden Takenplatten und alten Weberhäusern aus der Zeit der Haus- und Heimweber.
Sehenswert sind auch die Pittisch-Aennen-Schejer mit der alten Zweihofanlage sowie die Udler Straße bis zum Doktesch-Eck. Davon haben sich bei der jüngsten historischen Dorfführung die rund 45 Teilnehmer überzeugt.
Schmuckstücke im alten Ortskern sind die restaurierten Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert. Sie fallen nicht nur durch ihr Bruchstein-Untergeschoss mit aufgesetztem Fachwerk auf.
Auch ihre Innenansichten legen Zeugnis ab von der alten Dorfgeschichte, die mit viel Not und Elend für die bäuerliche Dorfbevölkerung verbunden war.
Am Doktesch-Eck zieht das Millisch-Haus mit seinem früheren Stallgebäude aus Lavakrotzen, seit 2006 Pitt-Kreuzberg-Galerie, alle Blicke auf sich. 1989 in noch verputztem Zustand gekauft, wurde es von den Gebrüdern Rau aufwendig restauriert. Man erfährt, wie Backes und Takenplatte freigelegt wurden. Letztere stammt aus dem Jahr 1557 und zeigt als Motiv Maria und das Jesuskind.
Konstruktion aus Eichenholz


In der nostalgisch ausgestatteten Flurküche erinnert ein Flachskamm an die alte Tradition der dörflichen Hausweberei.
Nicht weniger überrascht das restaurierte Haus "Hostesch Ihm Ädem", das die Gebrüder Rau 2007 von Familie Röhl erwarben. Beiden Häuser wurden aus Anlass des Vereinsjubiläums zur Besichtigung freigegeben.
Das Hostesch-Haus ist ein Beispiel für ein Flurküchenhaus mit Backes und angrenzendem Wirtschaftsgebäude, das um 1705 erbaut wurde. Die gesamte Holzkonstruktion des Hauses besteht aus Eiche: Fachwerk, Stützbalken und Treppenstufen.
Im Keller wurden früher Kartoffeln und Gemüse gelagert, auf dem Dachboden Vorräte an Getreide und Dörrobst. Ein unverhoffter Fund vom Dachboden: ein Kinderschuh von etwa 1840. Die Dachziegel von 1921 erwiesen sich als noch tadellos. Der Hauseingang - ursprünglich eine Stalltür mit Doppelflügeln, die 1882 durch eine Eichentür mit Sandstein-Einfassung ersetzt wurde - führt in den Herdraum mit offener Feuerstelle sowie Tisch und Stühlen. Im Zuge der Renovierung wurden Eichendeckenbalken neu eingesetzt.
Die Feuerstelle ist wieder funktionsfähig und mit alten Gerätschaften ausgestattet. Die Takenplatte aus dem 16. Jahrhundert, die St. Martin mit Bettler zeigt, hat nach einem halben Jahrhundert ihren angestammten Platz wieder eingenommen.
Auch die danebenhängende Takenplatte aus dem 18. Jahrhundert "Elias und die Raben" fesselte die Aufmerksamkeit der Besucher. red
Weitere Informationen enthält der im Helios-Verlag erschienene Wanderführer Schalkenmehren von Hartmut Flothmann.