Schläger entgeht Gefängnisstrafe

Zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung ist ein vorbestrafter Mann aus der Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein verurteilt worden, weil er einem Bekannten mit einer Bierflasche auf den Kopf geschlagen und zwei Frauen verprügelt hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Daun/Gerolstein. (vog) Am 23. September 2009 krakeelte ein 32-Jähriger aus der VG Gerolstein gegen 1.10 Uhr vor einer Kneipe in der Gerolsteiner Innenstadt. Auf die Bitte eines Bekannten leiser zu sein, folgte ein Gerangel. Passanten trennten die Streithähne. Doch damit nicht genug. Der Angeklagte fühlte sich vom vermeintlichen Kontrahenten weiterhin provoziert und schlug mit einer Bierflasche zu. Der Verletzte musste mit einer Platzwunde am Hinterkopf ins Gerolsteiner Krankenhaus.

Bei der Verhandlung vor dem Dauner Amtsgericht gab der Angeklagte die Tat unumwunden zu. Auch die Körperverletzungen, bei denen zwei Frauen am 9. Dezember 2009 Platzwunden erlitten, gestand er mit der Antwort: "Klar, da bin ich auch ausgetitscht." Damals wollte er aus der Wohnung seiner Ex-Partnerin, mit der er zwei gemeinsame Kinder hat, einen Fernseher abholen. Dabei kam es zum Streit.

Die Ex-Partnerin hatte die dreijährige Tochter auf dem Arm, als der Angeklagte sie gegen den Schrank schleuderte und ihr anschließend seinen Kopf gegen den Mund rammte. Nachdem er bereits die Wohnung mit dem Fernseher unterm Arm verlassen hatte, kam er zurück, um mit der Schwester der jungen Mutter zu streiten. Laut Anklageschrift ergriff er den Kopf der Frau und schlug ihn mehrmals gegen die Wand, bis über den Augen Platzwunden klafften. Staatsanwalt Klaus Pallien bescheinigte dem gebürtigen Dauner eine Neigung zur Brutalität. Da der 32-Jährige, der wegen Urkundenfälschung und Drogenhandels vorbestraft ist, sich auch von der laufenden Bewährung bis Ende 2010 nicht von weiteren Straftaten abhalten ließ, plädierte Pallien auf neun Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Vor allem, da zwei Tage vor dem aktuellen Prozess die Bewährung eines vorherigen Urteils aufgehoben wurde und der Angeklagte für fast zwei Jahre ins Gefängnis muss.

Verteidiger Albert Hacken aber sagte: "Würde die neue Strafe zur Bewährung ausgesetzt, bestünde für die Zeit nach der Haft der Anreiz, sich gesetzestreu zu verhalten." Auch Richter Hans Schrot wollte dem Angeklagten diese Chance geben, da er wegen Körperverletzung bislang nicht vorbestraft sei.

Sein Urteil: neun Monate Freiheitsstrafe mit einer ungewöhnlich langen Bewährungszeit von fünf Jahren. So bleiben nach der zweijährigen Haft noch drei Jahre Bewährung übrig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da die Staatsanwaltschaft innerhalb einer Woche Einspruch einlegen kann.

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