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Schlamm kommt weg, ein neuer Name soll her

Schlamm kommt weg, ein neuer Name soll her

Der Müllenborner Weiher, verschlammtes und stinkendes Wahrzeichen des Gerolsteiner Stadtteils, wird saniert - vermutlich in diesem oder im nächsten Jahr. Nach mehreren vergeblichen Anläufen stellt die Stadt dafür nun 100 000 Euro zur Verfügung.

Gerolstein-Müllenborn. Carola Korell, Ortsvorsteherin des Gerolsteiner Stadtteils Müllenborn, freut sich: "Wir haben es geschafft, super, geil. Ich bin echt glücklich, dass sich jetzt was bewegt." Damit bezieht sie sich auf die Entscheidung der Stadt, nun doch noch 100 000 Euro für die Sanierung des verschlammten und stinkenden Gewässers im Zentrum des Gerolsteiner Stadtteils bereitzustellen. Der städtische Beitrag ist Bedingung dafür, dass Zuschüsse fließen können. Denn die wurden von Vertretern der zuständigen Behörden bei einem Ortstermin in Aussicht gestellt.
Dass es nach mehrfachen, vergeblichen Anläufen der Müllenborner nun doch mit der See-Sanierung klappt, hängt mit dem Gewässerrenaturierungsprogramm "Aktion blau plus" zusammen. Das sieht eine 90-prozentige Landesförderung vor. Auf die Kommune würde demnach nur ein Eigenanteil von 10 000 Euro zukommen - für die Planungskosten und den reinen Wasserbau. Also eventuell das Ausbaggern des Sees und das Entsorgen des Schlammes. Ob es dazu kommt, ist noch unklar, denn nach Auskunft eines Planers besteht auch die Möglichkeit, die Sedimente am Rand abzulagern und mit anderem Material zu verfestigen.
Auch in der Frage, wie künftig die Verschlammung des Gewässers verhindert werden soll, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Ortsvorsteherin nennt mögliche Alternativen: "Wenn der Mühlenbach künftig verstärkt durch den See geleitet wird, hat das zwar den Vorteil, dass viel Sauerstoff eingeleitet wird. Der Nachteil ist aber, dass auch mehr Sedimente eingetragen werden. Das könnte durch ein kleines Auffangbecken beim Einlauf verhindert werden."
Utzigquelle einleiten

 So wie dieser Ablauf sind die gesamten Einrichtungen des Stausees in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig.
So wie dieser Ablauf sind die gesamten Einrichtungen des Stausees in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig. Foto: (e_gero )


Den bereits geäußerten Befürchtungen von Stadtpolitikern, die Leerung des Auffangbeckens würde hohe Folgekosten mit sich bringen, begegnet Korell. Da es sich nur um ein kleines Becken mit einem Durchmesser von einem Meter handele, "muss der Gemeindearbeiter dort nur einmal im Vierteljahr mit der Schubkarre vorbei und kann die Ablagerungen dann gerne auf meinem Kompost verteilen, denn sie sind unbelastet". Und sie bringt noch eine andere Idee ins Spiel, die im Rahmen der Dorfmoderation vorgebracht worden ist: die Einleitung der Utzigquelle über ein vorhandenes Rohrsystem in den See. "Deren Wasser, das keine Sedimente enthält, läuft derzeit in den Oosbach."
Klar ist derzeit somit nur, dass der See verkleinert werden soll. Und dass die bereits erstellten Planungen überarbeitet und gemeinsam mit dem Förderantrag bis zum 30. Juni 2016 beim Land eingereicht werden müssen. Mit einem Baustart rechnet die Ortsvorsteherin daher frühestens Ende 2016/Anfang 2017.
Ideen, wie der See und dessen Umfeld künftig aussehen sollen, haben die Müllenborner aber bereits im Rahmen der Dorfmoderation zusammengetragen. So wollen viele ältere Mitbürger, dass der See barrierefrei umrundet werden kann und dass Tische und Bänke zum Verweilen installiert werden. Die Kinder wiederum wollen einen Strand, damit man künftig im See baden kann. Das findet auch die Ortsvorsteherin toll: "Ich habe schon gewettet, dass ich dann auch reingehe - wenn es sein muss, auch im Winter. Nur der Wetteinsatz ist noch unklar."
Auch ein Areal mit Schilfrohr, als besondere Naturschutzfläche, wurde genannt. Die Idee eines monatlichen Dorfpicknicks am See fand ebenfalls große Zustimmung. Zudem hätten die Kinder angeregt, dem See einen schönen Namen zu geben. "Daran arbeiten wir jetzt", sagt die Ortsvorsteherin.
Die Finanzierung der Umfeldgestaltung hingegen ist noch völlig unklar. Das soll im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms realisiert werden. "Wir werden uns um eine Anerkennung als Schwerpunktgemeinde bewerben, um an die entsprechenden Fördermittel zu kommen", sagt Korell. Und für die mit Sicherheit notwendige Eigenleistung zählt die Ortsvorsteherin auf ihre Müllenborner: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich viele Leute am Umbau des Sees beteiligen werden, denn er liegt vielen am Herzen. Außerdem werden wir daraus ein Event machen."