Schlechte Nachricht aus Berlin: Vulkaneifel wird nicht Modellregion
Daun · Der Kreis Vulkaneifel hat am Vorhaben "Land(auf)Schwung" teilgenommen, den Zuschlag als Modellregion aber nicht bekommen. Die vorgestellten Projekte sind aber weiter aktuell, nur muss nun nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten gesucht werden.
Daun. "Schade, dass es nicht geklappt hat", sagt Landrat Heinz-Peter Thiel zum Ausgang der Bewerbung des Kreises Vulkaneifel beim Modellvorhaben "Land(auf)Schwung" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.
39 Kreise aus ganz Deutschland, die besonders von dem demografischen Wandel betroffen sind, waren im vergangenen Jahr als mögliche Projektregionen ausgewählt worden (der TV berichtete). Drei davon aus dem Land: neben Vulkaneifel noch Kusel und die Südwestpfalz.
"Guter Zukunftsplan"
Nun aber steht fest: Von den 13 ausgewählten Projektregionen ist keine aus Rheinland-Pfalz. Damit ist für den Kreis auch die erhoffte Finanzspritze vom Tisch: Wäre die Vulkaneifel dabei gewesen, hätten für die Umsetzung der in der Bewerbung erläuterten Projektideen von Juli dieses Jahres bis Juni 2018 bis zu 1,5 Millionen Euro aus Berlin nach Daun fließen können. Thiel: "Der Bundeswettbewerb hat uns zu einem guten Zukunftsplan für die Vulkaneifel verholfen, der für uns passt, leider nicht für die Ziele des Bundes."
Schwerpunkte des Konzepts des viertkleinsten Kreises bundesweit und des kleinsten Kreises in Rheinland-Pfalz waren die Themen "Regionale Wertschöpfung" und "Sicherung der Daseinsvorsorge". Eine Projektidee ist mit "Unabhängig digital - selbstbestimmtes Leben in der Vulkaneifel" überschrieben. Das Ziel: Produkte und daran anknüpfend Dienstleistungen entwickeln, die es den Menschen erlauben, möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Konkret könnte eine "Vulkan-App", eine regionalspezifische Anwendungssoftware, entwickelt und erprobt werden. Eine, die nicht zu kompliziert sein darf, denn sie soll auch älteren Bürger, die beispielsweise Tablet-Computer nutzen, viele Hilfestellungen im Alltag bieten.
Lokale Anlaufstelle
Eine weitere Idee: eine Vernetzungsstelle Vulkaneifel. Sie könnte eine lokale Anlauf- und Vernetzungsstelle für Arbeits-, Ausbildungs- und Praktikumsplätze, kombiniert mit Informationen zu Freizeit- und Betreuungsangeboten oder auch verfügbaren Immobilien, werden.
"Auch wenn wir den Zuschlag nicht bekommen haben: Die Arbeit war keinesfalls umsonst. Denn die Projekte, die in der Bewerbung aufgeführt wurden, sind ja nach wie vor aktuell. Nun werden wir schauen, wie wir sie auf anderen Wegen finanzieren und umsetzen können", sagt Landrat Thiel. sts
Extra
Gefördert werden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft diese Kreise: Vorpommern-Rügen (Mecklenburg-Vorpommern), Wittmund (Niedersachsen), Hochsauerland und Höxter (Nordrhein-Westfalen), St. Wendel und Neunkirchen (Saarland), Sigmaringen (Baden-Württemberg), Kronach (Bayern), Greiz (Thüringen), Mittelsachsen (Sachsen), Stendal (Sachsen-Anhalt), Elbe-Elster (Brandenburg), Werra-Meißner (Hessen). sts