1. Region
  2. Vulkaneifel

Schmökermühle: Bücherfreund dringend gesucht

Schmökermühle: Bücherfreund dringend gesucht

Birresborn Ein Koffer voller alter Reclamhefte liegt in einem Schaufenster. Über dem Fenster prangt der Name Schmökermühle.

Im Raum dahinter stehen Hunderte Bücher in Regalen, daneben stapeln sich Kisten, voll mit literarischen Werken aller Art.
"Schmökermühle betrachtet das Buch als Möglichkeit der Begegnung zweier Menschen, dem Autor und dem Leser", diesen Satz findet man auf der Seite der ehemaligen Internet-Buchhandlung, Damit hat Mirko Meier für seinen Buchverkauf geworben. Vor einem halben Jahr ist er bei einem Verkehrsunfall gestorben. Als Nachlasspflegerin kümmert sich jetzt Myriam Berres darum, dass die geschätzt rund 30 000 Bücher schnell einen neuen Besitzer finden.
"Es hat mich wirklich beeindruckt, wie leidenschaftlich Herr Meier dieses Antiquariat betrieben hat. Es wäre schade, wenn all das, was er aufgebaut hat und worum er sich bemüht hat, in der Papierpresse enden würde", betont Berres. "Mein Wunsch wäre, dass wir schnell jemanden finden, der bereit ist, diesen Nachlass der Schmökermühle zu übernehmen und die Idee dahinter weiter zu führen", sagt die Nachlasspflegerin.
Da könne jemand mit einer entsprechend großen Lagerhalle hilfreich sein, "der nicht unmittelbar auf die Erträge aus diesem Unternehmen angewiesen ist." Und wer dann außerdem über die Zeit verfüge, die Bücher zu sortieren und "die Kompetenz bei den Büchern zu unterscheiden, was macht Sinn und was nicht, um sie zu erhalten", sei ideal, sagt Berres. Unterstützt wird Berres auch durch Paulus Remmers, einen Freund des Verstorbenen. "Ich weiß um Mirkos Liebe zu den Büchern", sagt Remmers und weiß über seinen Freund "dass er ein ausgezeichneter Buchbinder war und ein exzellenter Betreuer und Pädagoge für behinderte Menschen." Remmers zitiert Meier mit dem Satz: "Das kulturelle Erbe der westlichen Kultur darf nicht verloren gehen." Das sei der Antrieb gewesen, um Bücher zu sammeln und sie an Menschen weiter zu geben. "Alle Bücher, von denen er meinte, die könne noch jemand brauchen, hat er in Koffer gepackt und zum Beispiel in ein Restaurant gestellt, damit Gäste sich bedienen konnten." Nachlasspflegerin Myriam Berres mahnt am Beispiel der Schmökermühle aber auch: "Wer seinen Nachlass nicht regelt, und das gilt für viele kleine Unternehmen, dem kann das gleiche Schicksal passieren." Im Fall der Internet-Buchhandlung hofft Berres jetzt auf einen Menschen, der sich schnell entschließen kann, das Erbe zu übernehmen.
Wer sich für das Erbe interessiert, kann sich mit Myriam Berres in Kontakt setzen und ihr eine E-Mail an mail@kanzlei-berres.de senden.