Schneller zum Abitur

Das Dauner Geschwister-Scholl-Gymnasium führt für das Schuljahr 2008/2009 das Projekt "Begys" ein. Für leistungsfähige Schüler besteht dann die Möglichkeit, bereits nach zwölf Jahren Abitur zu machen.

Daun. (sts) Während am Thomas-Morus-Gymnasium (TMG) die Entscheidung, ob die Schule das sogenannte G8/GTS-Modell (Verkürzung der Gymnasial-Zeit auf acht Jahre gekoppelt an einen Ganztagsschul-Betrieb) vorantreiben will, noch aussteht, hat das benachbarte Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) eine für die Schule zukunftsweisende Entscheidung für das nächste Schuljahr getroffen: die Einführung des Projekts "Begabtenförderung am Gymnasium mit Verkürzung der Schulzeit" (Begys). Dieses wendet sich an motivierte, leistungsfähige und leistungsbereite Schüler, die mit Beginn der siebten Klasse in eine Begys-Klasse gehen können, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Sie überspringen die Klasse 9 und durchlaufen dadurch die Sekundarstufe I ein Jahr schneller. Keine Ausweitung des Nachmittagsunterrichts

Im Gegensatz zum G8/GTS-Modell erfordert Begys keine Ausweitung des Nachmittagsunterrichts. Die Inhalte der Lehrpläne ändern sich nicht, werden aber dem verkürzten Durchlauf angepasst. Am Ende der Sekundarstufe I wird die Projektklasse aufgelöst, und alle Schüler werden gemeinsam zum Abitur geführt. "Für engagierte und leistungswillige Schüler bieten sich hier in besonderer Weise Möglichkeiten, selbstständig zu arbeiten sowie Kreativität und Problembewusstsein zu entfalten; sollte es aber aufgrund der höheren Anforderungen in der Projektklasse zu Schwierigkeiten kommen, so ist ein Wechsel in die Regelklasse selbstverständlich möglich", heißt es in einer Presseerklärung des GSG. Keine elitären Zirkel, sondern ein "gutes Miteinander"

Langjährige Erfahrungen mit dieser Bildungseinrichtung an einigen rheinland-pfälzischen Gymnasien hätten gezeigt, dass sich die Regelklassen nicht zu "Restklassen" und die Projektklassen nicht zu elitären Zirkeln entwickeln, vielmehr gäbe es ein "gutes Miteinander". Nach dem derzeitigen Stand der Planung soll BEGYS mit einem weiteren Förderangebot verknüpft werden, das schon seit einigen Jahren mit Erfolg am GSG angeboten wird: bilingualer Unterricht im Fach Englisch. In den 5. und 6. Klassen erhalten interessierte Schüler (als ein freiwilliges Angebot) ein bis zwei Wochenstunden zusätzlichen Unterricht als kreative Ergänzung zum normalen Englischunterricht. Ab der 7. Klasse wird dann ein Sachfach (Geschichte oder Erdkunde) um eine Stunde aufgestockt und so weit möglich auf Englisch unterrichtet.Am Samstag, 12. Januar, ist am GSG von 10 bis 13 Uhr ein "Tag der offenen Tür", an dem das pädagogische Konzept des Gymnasiums vorgestellt wird. Meinung Modell mit Zukunft Mit Blick auf die sich anbahnenden Veränderungen in der Schullandschaft ist es nur zu begrüßen, wenn eine Schule wie das Geschwister-Scholl-Gymnasium sich deutlich positioniert und ihr Angebot erweitert. Vor allem die Gymnasien erwarten weiter steigende Schülerzahlen. Umso differenzierter muss die Angebotspalette künftig sein. Das Begabtenförderungs-Projekt des GSG ist ein Weg; ein weiterer sinnvoller wäre der eines Ganztagsschulbetrieb mit verkürzter Gymasialzeit, wie es im TMG diskutiert wird. Das wäre keine Konkurrenz, sondern könnte den Schulstandort Daun nur bereichern. Zwei Gymnasien mit klarem Profil: ein Modell mit Zukunft. s.sartoris@volksfreund.de