1. Region
  2. Vulkaneifel

Schnelles Internet für (fast) alle in der Vulkaneifel

Schnelles Internet für (fast) alle in der Vulkaneifel

Der Kreis Vulkaneifel plant einen flächendeckenden Ausbau von schnellem Internet. Dazu will er stellvertretend für alle Orts- und Verbandsgemeinden Fördergelder bei Bund und Land beantragen. Die Kosten werden auf rund 18 Millionen Euro geschätzt, gut zehn Prozent davon müssten die Kommunen übernehmen.

Daun/Gerolstein. Schnelles Internet für alle: Das stellen die Bundes- und die Landesregierung schon seit geraumer Zeit in Aussicht. Allerdings sei das nicht als Selbstläufer zu verstehen, sagt Karin Pinn, Ortsbürgermeisterin von Wiesbaum und Vorsitzende der FWG-Fraktion im Kreistag vulkaneifel. "Schnelles Internet kommt nicht automatisch, sondern ist auch für Orts- und Verbandsgemeinden sowie den Kreis mit Arbeit verbunden. Aber das ist noch längst nicht allen klar", hat sie festgestellt.Weiße Flecken ermittelt


Der Kreis Vulkaneifel hat sich an die Hausaufgaben gemacht und die TÜV Rheinland Consulting GmbH mit der Erstellung einer Studie zum Breitbandausbau beauftragt, um die nicht versorgten Gebiete zwischen Hallschlag und Mückeln zu ermitteln. Ergebnis: Derzeit kann nur etwas mehr als die Hälfte aller Haushalte im Kreis schnelles Internet nutzen. Gemeint sind Geschwindigkeiten von mehr als 30 Megabit pro Sekunde (siehe Extra).
"Das darf nicht so bleiben", sagt auch Landrat Heinz-Peter Thiel: "Gerade für unseren ländlichen Raum sind leistungsfähige Breitbandanschlüsse eine wesentliche Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, mehr Beschäftigung und die Beibehaltung der Attraktivität des gesamten Kreisgebiets."
Deshalb plant der Kreis einen möglichst flächendeckenden Ausbau von schnellem Internet. Das Ziel: Bis Ende 2018 sollen mindestens 95 Prozent aller Haushalte darüber verfügen.
Um das zu erreichen, müssen gut zwei Dutzend neue Verteilerkästen für den Anschluss von Glasfaserkabeln gebaut und neue Leitungen verlegt werden. Kostenpunkt: rund 18 Millionen Euro.
Eine Summe, die der bekannt klamme Kreis allein nicht stemmen könnte, aber das muss er auch nicht, denn Bund und Land sollen 90 Prozent beisteuern. Für den Kreis bliebe ein Anteil von etwa 1,5 Millionen Euro.
"Eine solche finanzielle Unterstützung ist eine einmalige Chance, deshalb sollten wir das in Angriff nehmen, je früher desto besser. Deshalb hoffe ich, dass möglichst viele Gemeinden mitmachen", erklärte Landrat Thiel in der jüngsten Sitzung des Kreistags.Gemeinden entscheiden


Warum das Werben um jeden einzelnen Ort? Der Breitbandausbau ist grundsätzlich eine Aufgabe der Ortsgemeinden. Aber Aussicht auf Förderung durch Bund und Land besteht nur, wenn sich der Kreis als Antragsteller um Fördergeld bewirbt.
Deshalb sollen die Städte und Dörfer ihre Zuständigkeit abtreten, was in Verträgen mit dem Kreis und der jeweiligen Verbandsgemeinde festgelegt wird. Bis Ende des Monats sollen alle Ortsgemeinde- und Stadträte darüber entschieden haben. Bis zum 30. September soll dann der Förderantrag für den Kreis Vulkaneifel auf den Weg gebracht werden.
"Auch wenn dadurch ein gewisser Zeitdruck entsteht, sollten wir alles tun, um diese Frist einzuhalten", erklärte der Landrat. "Zum einen, um unser Ziel, das Projekt Breitbandausbau im Landkreis Vulkaneifel Ende 2018 abzuschließen, zu erreichen, zum anderen, weil nicht klar ist, ob bei einer späteren Bewerbung noch so viel Geld zur Verfügung stehen würde wie derzeit", sagt Thiel.Extra

Megabit pro Sekunde (Mbit/S) gibt an, mit welcher Geschwindigkeit Daten im Internet übertragen werden. Sechs bis acht Mbit pro Sekunde genügen, um im Internet zu surfen, Nachrichten zu lesen, E-Mails abzurufen, Online-Banking abzuwickeln oder Musik herunterzuladen. Internetseiten mit hochauflösenden Fotos und Filmen lassen sich nur noch mit schnellen Breitbandverbindungen von mindestens 16 Mbit schnell öffnen. Mit 50 Mbit pro Sekunde kann über den Internetanschluss gleichzeitig telefoniert, gesurft und ferngesehen werden. sts