Schockanrufe in der Vulkaneifel: Opfer um fünfstelligen Betrag geprellt

Daun · Erneut haben Unbekannte mit sogenannten "Schockanrufen" versucht, ihre Opfer mit Hilfe erfundener Geschichten zu einer Geldübergabe zu bewegen - was in einem Fall in der Vulkaneifel auch erfolgreich war, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Insgesamt sechs Geschädigte aus Darscheid und Daun (Landkreis Vulkaneifel) hatten sich am Montag bei der Polizei gemeldet. Sie teilten mit, dass sie von einer männlichen Person angerufen worden seien. Die Person habe sich entweder als entfernter Verwandter oder als angeblicher Rechtsanwalt ausgegeben. Wie die Polizei Daun in ihrer Mitteilung weiter ausführt, erzählte der Anrufer, dass eben dieser Verwandter im Ausland einen Unfall verursacht habe und er nun für die Behandlungskosten des Geschädigten aufkommen müsse - oder eine fällige Strafe sofort begleichen müsse, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen. Dabei wurden Geldbeträge im vier- bis fünfstelligen Bereich gefordert. Die Gutgläubigkeit der Geschädigten ausnutzend wurde dann eine Geldübergabe vereinbart. Wenige Augenblicke später sollte dann eine männliche Person an der Türe erscheinen und das Geld in Empfang nehmen.

In einem Fall hatten die Anrufer damit Erfolg, wie die Polizei mitteilt: Eine ältere Frau habe einen fünfstelligen Betrag übergeben. In die Falle gelockt wurde sie mit der Aussage, ihr Lieblingsneffe habe einen Unfall erlitten.

Die anderen Geschädigten reagierten hingegen mit Misstrauen auf die Anrufe und wollten zunächst persönlich Rücksprache mit den Verwandten halten. Hier blieb die Betrugsmasche ohne Wirkung.

Polizei sucht Fahrzeug und Geldempfänger

Bei dem einen Fall der tatsächlichen Geldübergabe wurde laut Polizei ein silbernes Fahrzeug vermutlich mit ausländischem Kennzeichen eingesetzt. Es könnte sich um ein litauisches Kennzeichen gehandelt haben. Bei der Person, welche in einem Fall zur Geldübergabe erschien, handelte es sich im einen Mann. Er wird wie folgt beschrieben:
maximal 170 cm großhelle Haaretrug kurze Hose und helles T-ShirtEs war zu erkennen, dass er nur ein Auge hatte, das linke Auge war nicht mehr vorhanden.Tipps für Verhalten bei Schockanrufen

Die Polizei sucht weitere mögliche Opfer und bittet um Hinweise zum Auto und der beschriebenen Person. Sie rät, äußerst misstrauisch bei solchen Anrufen zu sein. Angerufene sollten sich durch Rückruf bei dem angeblichen Verwandten versichern, ob die Angaben zutreffen könnten. Zudem solle man sich eine Rückrufnummer und einen Namen geben, sollte sich eine angebliche Anwaltskanzlei melden und recherchieren Sie, ob es diese Anwaltsfirma überhaupt gibt. Angerufene sollten zudem in solchen Fällen immer die Polizei kontaktieren.

Telefone: Kriminalpolizei Wittlich (06571/95000), Polizeiinspektion Daun (06592/96260), Polizeiwache Gerolstein (06591/95260)