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Schöner, aber vorerst nicht größer

Schöner, aber vorerst nicht größer

Ja zur mittelgroßen Variante: Die beiden maßgeblichen Ausschüsse haben sich dafür ausgesprochen, die marode Turnhalle an der Realschule plus in Gerolstein zu sanieren und in einem zweiten Schritt um ein weiteres Hallengebäude zu erweitern. Veranschlagte Gesamtkosten: 1,6 Millionen Euro. Die Entscheidung über die Erweiterung obliegt letztlich aber dem neuen Gerolstein-Hillesheimer Verbandsgemeinderat.

Gerolstein. Jeweils mehrheitlich bei einer Gegenstimme haben sich der Schulträgerausschuss und der Ausschuss für Jugend, Sport und Kultur der Verbandsgemeinde Gerolstein dafür ausgesprochen, die jahrelange Hängepartie zu beenden und endlich eine Verbesserung der Schulsportsituation an der Realschule plus in Gerolstein herbeizuführen. Seit vielen Jahren müssen die Schüler in einer maroden Halle turnen, zudem reicht das Platzangebot nach Aussage der Schulleitung nicht aus, allen Schülern den ihnen zustehenden Sportunterricht zukommen zu lassen (der TV berichtete mehrmals).
Sanierung soll 2017 beginnen


Nach dem Empfehlungsbeschluss der Ausschüsse sollen die bisherige Halle sowie die ebenfalls in die Jahre gekommenen Umkleide- und Sanitärräume generalsaniert, die Gebäudehülle gedämmt und ein neuer, behindertengerechter Zugang geschaffen werden. Auch wird eine Dusch- und Umkleidemöglichkeit für Behinderte im Erdgeschoss gebaut. Das alles ist mit 850 000 Euro veranschlagt und soll möglichst noch in diesem Jahr begonnen werden.
Dafür hat die Schulaufsichtsbehörde, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier, einen Zuschuss über 100 000 Euro in Aussicht gestellt. Ansonsten wird sich die ADD an dem Bauvorhaben, das insgesamt mit 1,6 Millionen Euro veranschlagt ist, nicht beteiligen. Denn sie sieht, anders als Schulleitung und Schulträger in Gerolstein, keinen Bedarf für eine Erweiterung der Turnhalle. Vielmehr könnten einige Realschulklassen in der Halle der Grundschule Waldstraße Sport treiben. Das ist für Schulleiter Günter Mehles angesichts von "zehn Minuten Hin- und zehn Minuten Rückweg" keine Lösung. Er sagt: "Was die ADD mit uns veranstaltet, ist ein Trauerspiel."
Die Verbandsgemeinde Gerolstein ist daher inzwischen bereit, die Turnhallenerweiterung aus eigener Kraft zu stemmen. Dafür hat der VG-Rat in den diesjährigen Haushalt zwei Millionen Euro eingestellt. Bürgermeister Matthias Pauly (CDU) sagt: "Es bringt nichts, sich noch länger mit der ADD zu streiten. Seit Jahren sind wir an dem Thema dran, die Situation der Schüler hat sich in dieser Zeit nicht geändert". Für ihn stellt die nun auf den Weg gebrachte Entscheidung "eine deutliche Verbesserung für die Schule dar".
Umbau und Sanierung sollen in einem ersten Bauabschnitt realisiert werden, der Anbau einer neuen Halle an der Stirnseite des bisherigen Komplexes (wo sich die ehemalige Hausmeisterwohnung befindet) in einem zweiten Bauabschnitt. Die letztliche Entscheidung über die Erweiterung soll aber der neue VG-Rat fällen - nach der Fusion mit Hillesheim. Pauly begründet: "Wir haben in den Fusionsgesprächen vereinbart, dass beide Seiten vor dem Zusammenschluss jeweils nur die notwendigen Unterhaltungsarbeiten an ihren Gebäuden vornehmen. Gravierende Entscheidungen, wie etwa über Neubauten oder Erweiterungen, soll der neue VG-Rat treffen."
In den Gerolsteiner Ausschüssen wurde über die Sanierung hin aus eine mittelgroße Erweiterung favorisiert - um einen Anbau mit den gleichen Maßen wie die bestehende Halle: 12 x 24 Meter.
Nicht durchsetzen konnten sich momentan die Befürworter einer etwas größeren Halle, die dann aber auch für Vereinssport und Wettkampfbetrieb geeignet gewesen wäre. Mindestmaß sind dafür 15 x 27 Meter. Der beauftragte Planer Hendrik Eltze sagt aber: "Mit den Grenzabständen könnte das zwar etwas schwierig werden, ich denke aber, dass das trotzdem noch machbar wäre."
Von der ursprünglichen Idee, die bestehende Turnhalle zu Umkleide- und Sanitärräumen auf einer Ebene umzubauen (jetzt liegen sie im ersten Obergeschoss) und daran einen Neubau mit einer Zweifeld-Turnhalle anzubauen, hat sich der VG-Rat aber wegen der deutlich höheren Kosten und der versagten Bezuschussung inzwischen verabschiedet.