"Schönster Job neben dem des Papstes"

"Schönster Job neben dem des Papstes"

Von unserem Redakteur MARIO HÜBNERGEROLSTEIN. Mit einem Ehrungsmarathon in der Stadthalle Gerolstein haben zahlreiche namhafte Repräsentanten der Region sowie der Behindertenarbeit in Deutschland und im benachbarten Ausland das Lebenswerk von Erwin Görgen zu Gunsten behinderter Menschen gewürdigt. Der offizielle Teil der Ehrerbietung war erwartungsgemäß von vielen Worten des Dankes und der Anerkennung geprägt. Da war es nicht verwunderlich, dass die Lobpreisung des Lebenswerks von Erwin Görgen, dem "Vater" der Westeifel-Werke (WEW), rund vier Stunden dauerte und sich die Laudatoren übertrumpften: Viele Weggefährten bestanden darauf, verbal den Hut zu ziehen vor dem "Visionär" Erwin Görgen, wie ihn mehrere Redner nannten. Aber: Trotz aller sorgsam gewählten, schmeichelnden, zutreffenden, den Mensch Erwin Görgen und sein Schaffen von vielen Seiten beleuchtenden Worte waren es zwei Situationen, die mehr als alles Gesagte ausdrückten: die souveränen Auftritte der behinderten Mitarbeiter Horst Billenwillms und Hiltrud Banz' vor dem fast 400-köpfigen Publikum. Während Billenwillms als Vertreter der WEW-Mitarbeiter einfühlsame Dankesworte sprach ("Abschied zu nehmen, ist auch für uns nicht leicht"), griff seine Kollegin Banz ebenfalls auf der Bühne zum Mikrofon und sang ein Ständchen auf "unseren Chef". Da war für Momente zu spüren, was Erwin Görgen - fernab von guten Bilanzen - geleistet hat: Er hat behinderten Menschen Selbstvertrauen gegeben. Bewegende Momente, an die von ihrer Intensität auch nicht der abschließende Beifall der Gäste, die sich alle von ihren Plätzen erhoben hatten, für den Hauptakteur heranreichte. Bis dahin aber hatte dieser an seinem letzten Arbeitstag einen langen Atem - wie so oft in seinem Arbeitsleben - bewiesen: Bewusst den Zeitplan aufs Spiel setzend und eine lange Warteschlange von Gästen in Kauf nehmend, ließ es sich Görgen nicht nehmen, jeden Einzelnen persönlich zu begrüßen. Denn dabei nutzte er die Gelegenheit, seinen Nachfolger Ferdinand Niesen den für die WEW wichtigen Gästen vorzustellen. Der Neue wiederum verkündete bei seiner kurzen Vorstellung, dass er die Maxime seines Vorgängers, "die in jedes Stück Mauer der Westeifel-Werke gemeißelt zu sein scheint", beherzigen werde. Er sagte: "Im Mittelpunkt meiner Arbeit wird auch immer der behinderte Mensch stehen." Worauf Niesen angespielt hatte, brachte Klaus-Peter Metzger, Vorsitzender der Lebenshilfe des Kreises Daun, auf den Punkt: "Erwin Görgen ist derjenige, der maßgeblich die Geschichte der Westeifel-Werke geschrieben hat." Sein Bitburger Kollege Heinz Hill, der mit Hans Tölkes von der Lebenshilfe Prüm die Geschichte der WEW nachzeichnete, hob eine weitere Maxime hervor. Er sagte: "In den Westeifel-Werken werden auch die schwerst- und mehrfach behinderten Menschen einen Platz finden und entsprechend ihrer Fähigkeiten beschäftigt." Görgen appelliert und mahnt zugleich Diesen Punkt griff auch Erwin Görgen auf. Er appellierte und mahnte zugleich: "Dieser feste Bestandteil der Unternehmensphilosophie muss auch in Zukunft Bestand haben." Dieser und weitere Grundsätze, die die WEW auszeichnen "und heute für viele andere zum Maßstab geworden sind", seien es, die ihn beeindruckten, sagte Staatssekretär Richard Auernheimer aus dem rheinland-pfälzischen Sozialministerium. Mit Verweis darauf, dass noch 1975 erwachsene Behinderte in Kindergärten untergebracht gewesen seien, sagte er an Görgen gerichtet: "Sie haben für die Belange behinderter Menschen Großes geleistet." Und das nicht nur in Deutschland, wie Christian Maréchal, Geschäftsführer der "Europäischen Werkstätten-Cooperation" betonte. In seiner herzlichen wie kurzweiligen Laudatio jonglierte er mit den Initialen des geehrten Erwin Görgen: "E für Eifel, ehrlich, eindeutig, ernst zu nehmen, enthusiastisch und G wie Gemeinschaft, glasklar, gründlich, Gründer, aber auch Gespür, Gefühl und Genießer. Kurzum: EG wie einfach genial, aber auch: Er geht!" Görgen, der sich nach eigenem Bekunden innerlich schon vom Geschäftsführer-Posten gelöst hat, sagte: "Die Arbeit hat tiefe Spuren hinterlassen, ich denke aber, dass wir eine Bewusstseinsveränderung bei der Betrachtung von behinderten Menschen erreicht haben." Sein Fazit: "Ich hatte den schönsten Job neben dem des Papstes."

Der offizielle Teil der Ehrerbietung war erwartungsgemäß von vielen Worten des Dankes und der Anerkennung geprägt. Da war es nicht verwunderlich, dass die Lobpreisung des Lebenswerks von Erwin Görgen, dem "Vater" der Westeifel-Werke (WEW), rund vier Stunden dauerte und sich die Laudatoren übertrumpften: Viele Weggefährten bestanden darauf, verbal den Hut zu ziehen vor dem "Visionär" Erwin Görgen, wie ihn mehrere Redner nannten. Aber: Trotz aller sorgsam gewählten, schmeichelnden, zutreffenden, den Mensch Erwin Görgen und sein Schaffen von vielen Seiten beleuchtenden Worte waren es zwei Situationen, die mehr als alles Gesagte ausdrückten: die souveränen Auftritte der behinderten Mitarbeiter Horst Billenwillms und Hiltrud Banz' vor dem fast 400-köpfigen Publikum. Während Billenwillms als Vertreter der WEW-Mitarbeiter einfühlsame Dankesworte sprach ("Abschied zu nehmen, ist auch für uns nicht leicht"), griff seine Kollegin Banz ebenfalls auf der Bühne zum Mikrofon und sang ein Ständchen auf "unseren Chef". Da war für Momente zu spüren, was Erwin Görgen - fernab von guten Bilanzen - geleistet hat: Er hat behinderten Menschen Selbstvertrauen gegeben. Bewegende Momente, an die von ihrer Intensität auch nicht der abschließende Beifall der Gäste, die sich alle von ihren Plätzen erhoben hatten, für den Hauptakteur heranreichte. Bis dahin aber hatte dieser an seinem letzten Arbeitstag einen langen Atem - wie so oft in seinem Arbeitsleben - bewiesen: Bewusst den Zeitplan aufs Spiel setzend und eine lange Warteschlange von Gästen in Kauf nehmend, ließ es sich Görgen nicht nehmen, jeden Einzelnen persönlich zu begrüßen. Denn dabei nutzte er die Gelegenheit, seinen Nachfolger Ferdinand Niesen den für die WEW wichtigen Gästen vorzustellen. Der Neue wiederum verkündete bei seiner kurzen Vorstellung, dass er die Maxime seines Vorgängers, "die in jedes Stück Mauer der Westeifel-Werke gemeißelt zu sein scheint", beherzigen werde. Er sagte: "Im Mittelpunkt meiner Arbeit wird auch immer der behinderte Mensch stehen." Worauf Niesen angespielt hatte, brachte Klaus-Peter Metzger, Vorsitzender der Lebenshilfe des Kreises Daun, auf den Punkt: "Erwin Görgen ist derjenige, der maßgeblich die Geschichte der Westeifel-Werke geschrieben hat." Sein Bitburger Kollege Heinz Hill, der mit Hans Tölkes von der Lebenshilfe Prüm die Geschichte der WEW nachzeichnete, hob eine weitere Maxime hervor. Er sagte: "In den Westeifel-Werken werden auch die schwerst- und mehrfach behinderten Menschen einen Platz finden und entsprechend ihrer Fähigkeiten beschäftigt."Görgen appelliert und mahnt zugleich

Diesen Punkt griff auch Erwin Görgen auf. Er appellierte und mahnte zugleich: "Dieser feste Bestandteil der Unternehmensphilosophie muss auch in Zukunft Bestand haben." Dieser und weitere Grundsätze, die die WEW auszeichnen "und heute für viele andere zum Maßstab geworden sind", seien es, die ihn beeindruckten, sagte Staatssekretär Richard Auernheimer aus dem rheinland-pfälzischen Sozialministerium. Mit Verweis darauf, dass noch 1975 erwachsene Behinderte in Kindergärten untergebracht gewesen seien, sagte er an Görgen gerichtet: "Sie haben für die Belange behinderter Menschen Großes geleistet." Und das nicht nur in Deutschland, wie Christian Maréchal, Geschäftsführer der "Europäischen Werkstätten-Cooperation" betonte. In seiner herzlichen wie kurzweiligen Laudatio jonglierte er mit den Initialen des geehrten Erwin Görgen: "E für Eifel, ehrlich, eindeutig, ernst zu nehmen, enthusiastisch und G wie Gemeinschaft, glasklar, gründlich, Gründer, aber auch Gespür, Gefühl und Genießer. Kurzum: EG wie einfach genial, aber auch: Er geht!" Görgen, der sich nach eigenem Bekunden innerlich schon vom Geschäftsführer-Posten gelöst hat, sagte: "Die Arbeit hat tiefe Spuren hinterlassen, ich denke aber, dass wir eine Bewusstseinsveränderung bei der Betrachtung von behinderten Menschen erreicht haben." Sein Fazit: "Ich hatte den schönsten Job neben dem des Papstes."

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