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Schriftstellerin aus der Vulkaneifel erhält besonderen Preis

Literatur : Die Schriftstellerin Barbara Hundgeburt aus Niederehe wird für unveröffentlichten Roman ausgezeichnet

Die Stiftung „Kreatives Alter“ hat einen noch unveröffentlichten Roman von Barbara Hundgeburt aus Niederehe mit dem Prädikat „Besondere Anerkennung“ ausgezeichnet. Nun hofft die frühere Grundschullehrerin darauf, dass sich bald ein Verlag findet.

Der Roman „Die Nachricht kam am Abend“ wäre nicht die erste Veröffentlichung der 1943 in Prag geborenen und seit 1994 in der Vulkaneifel lebenden Barbara Hundgeburt (siehe Info), auch die aktuelle Auszeichnung ist nicht die erste: Für ein einzelnes Kapitel aus dem Roman hat sie bereits zwei Preise erhalten.

„Ich halte die Erzählung gerade jetzt für besonders wichtig“, erklärt die Autorin mit Blick auf die Pandemie. Die Menschen seien voller Furcht, sagt sie. Doch könne die Botschaft, dass jeder ein Kind Gottes und damit auch Erbe einer überirdischen Liebe sei, zu Freiheit und Geborgenheit gleichermaßen führen.

In dem Roman erzählt Barbara Hundgeburt in Ausschnitten das Leben von Menschen aus drei Generationen, indem sie Hauptmotive und Nebenhandlungen auf verschachtelte Weise zusammenfügt. „Dabei entsteht ein Gewebe aus Träumen, langsamem Erwachen und klaren Wahrnehmungen“, heißt es in der Begründung der Stiftung „Kreatives Alter“, die zudem den „literarisch-poetischen Stil und das außergewöhnlich hohe Formulierungsvermögen“ lobt. Oder - wie Friedhelm Wilke, ehemals wie Barbara Hundgeburt Mitglied des Literaturkreises der Evangelischen Kirche Gerolstein-Jünkerath und heute im Badischen lebend - es in seiner ganz persönlichen Rezension ausdrückt: „Das absolut Eigenwertige, Besondere Deines Romans ist die Art und Weise des Erzählens; nicht das Was, sondern das Wie.“

Dem Zeitgeist gemäß werde heute häufig grell, bunt, zweideutig kichernd, schillernd, querbeet erzählt, bedauert Wilke. Da sei es gut, dass in Hundgeburts Roman „Sprache wie ein stiller Glanz“ auf den Figuren liege. „Nein, ich lasse den Sprachverfall nicht zu“, betont die frühere Grundschullehrerin in diesem Zusammenhang. „Denn was wir über Sprache mitteilen, sind Werte, die in der Welt bleiben.“ 

Die Anfänge ihres Romans gehen auf das Jahr 2003 zurück. Den größten Teil schrieb sie in den Jahren 2015 bis 2017. Mit dem Kapitel „Amelie“ hatte Barbara Hundgeburt beim Bad Godesberger Literaturwettbewerb 2018 einen Preis der Jury und den Publikumspreis im Rahmen der Preisverleihung gewonnen (der TV berichtete).

Im vorigen Jahr reichte sie das komplette Manuskript bei der Stiftung „Kreatives Alter“ ein. Deren im Zweijahresrhythmus stattfindender Wettbewerb richtet sich an über 70-Jährige mit Beiträgen aus den Bereichen Literatur, Wissenschaft, Musik und Theater. Von den 419 diesjährigen Teilnehmern wurden elf mit einem Preis und 22 mit einer Anerkennungsurkunde ausgezeichnet, darunter Barbara Hundgeburt.

Anfang November hätte die Preisverleihung in Zürich stattfinden sollen; sie wurde aber wegen Corona abgesagt. Nun sucht die Schriftstellerin aus Niederehe einen Verlag für ihr Buch. Erste Kontakte sind geknüpft.